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Juden  dasselbe  abgerissen  hätte,  und  die  Christen  durch  die
traurigen  Schicksale  ihrer  Halbbruͤder  genoͤthigt  worden  waͤ-ren,
  sich  schneller  von  ihnen  abzusondern.

Sobald  die  Christen  eine  eigene  für  sich  bestehende  Kirche
  ausmachten,  so  erfuhren  sie  die  Verfolgungen,  nicht  nur
der  Juden  sondern  auch  der  Heiden.  Eine  Partie,  die  so
gedrückt  war,  wie  die  Juden  nach  völliger  Zerstbrung  ihres
Staats  gedrückt  wurden,  konnte  nicht  mehr  viel  ausrichten,
und  auch  die  Wuth  des  Barcochbas,  der  sich  im  zweiten
Jahrhundert  für  einen  Messias  ausgab,  dauerte  nur  kurze
Zeit.  Anhaltender  und  nachtheiliger  waren  die  Verfolgungen
der  Heiden,  weil  sie  großentheils  selbst  auf  Befehl  der  Obrigkeit
  veranstaltet  wurden,  und  oft  nicht  nur  auf  einzelne
Städte  und  Provinzen  sich  erstreckten.

Nero  war  der  erste,  der  die  Christen  durch  Gesetze  verfolgte.
  Er  hatte  Rom  anzünden  lassen,  und  mußte  doch  einen
  Schuldigen  haben,  dem  er  sein  Verbrechen  aufbürden
konnte.  Die  Christen,  ohnedieß  Gegensiand  des  allgemeinsten
  Hasses,  schienen  dic  geschicktesten  dazu'  zu  seyn.

Wahrscheinlich  erstreckte  sich  diese  Verfolgung  nicht  über
die  Provinzen,  sondern  vorzüglich  nur  über  die  Rômischen
Christen.  Vielleicht  würde  auch  ein  solcher  einzelner  Befehl
den  Christen  nicht  so  großen  Schaden  gethan  haben,  wenn
nicht  ohnedieß  die  heidnischen  Priester  so  sehr  erbittert  gewesen
  wären,  daß  ihnen  durch  die  verminderte  Anzahl  der  Götzendiener
  viel  von  ihrem  Einkommen  entzogen  worden,  und
wenn  nicht  auch  schon  die  bloße  Standhaftigkeit,  unter  so
despotischen  Regierungen,  als  die  Regierung  der  damaligen
Kaiser  war,  ein  Verbrechen  hätte  seyn  müssen,  besonders  da
diehmal  die  Ehre  der  Regenten  so  sehr  darunter  Noth  litt,