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denn  die  Christen  weigerten  sich,  den  Bildsäulen  des  Kaisers
zu  opfern  und  Weihrauch  zu  streuen.

Durch  eine  Menge  verläumderischer  Gerüchte,  die  oft
ganz  falsch  waren,  oft  auf  mißberstandene  Nachrichten
sich  gründeten,  wurde  die  Erbitterung  noch  allgemeiner  gemacht:
  die  Clristen  sollten  Menschenfleisch  in  ihren  geheimen
Versammlungen  genießen;  wie  schändlich  warkdoch  hier  die
Lehre  vom  Abendmahl  versiellt!  Besonders  ihre  nächtlichen
Morgenzusammenkünfte  sollten  eine  Zeit  der  schändlichsien
Unzucht  seyn:  und  doch  fand  sich's  bei  den  Untersuchungen,
daß  sie  bloß  zusammenkamen,  um  Gott  und  Chrisio  Loblieder
  zu  singen,  daß  sie  sich  bloß  in  den  wechselsweisen  Versorechungen
  vereinigten,  Bruderliebe  zu  üben,  und  Missethaten
  nicht  zu  begehen,  die  oft  kaum  die  Moral  der  heidnischen
Mhilosophen  als  unrecht  erkannte.  Man  sagt,  die  Christen
sollen  sich  wohl  etwa  auch  manchmal  nicht  zum  ruhigsten  verhalten
  haben,  sollen  sich  durch  fanatische  Hoffnungen  getäuscht,
wenn  sie  einen  Nero  oder  Domitian  für  den  Antichrist  hielten,
in  aufrührerischen  Ausdrücken  und  Handlungen  vergessen  haben.
  Wer.  will  aber  auch  fordern,  daß  bei  so  vielen  verschiedenst
  gesinnten  Menschen,  die  durch  alle  Provinzen  des  Roͤ-mischen
  Reichs  zerstreut  waren,  und  bei  dem  höchsien  Grade
der  Tyrannei,  die  sie  erdulden  mußten,  die  Gedult  immer  unüberwindlich
  bleiben  soll?

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Verfolgungen  der  Christen.

Verfolgungen  können  die  Ausbreitung  einer  neuen  Religionspartie
  selten  hindern,  und  so  viele  Beispiele  der  standhaftesten
  Tugend,  als  man  hier  an  den  Christen  wahrnahm,  mußten
  Manchen  zur  Nacheiferung  reizen.  Ein  selbst  durch  die
härtesten  Schicksale  gereizter  Enthusiasmus  befördert  so  oft