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salem  ausgesehen  habe,  und  stellt  sich  vielleicht  auch  nicht
ganz  richtig  vor,  daß  es  zu  Jerusalem  immer  so  geblieben  sey,
wie  es  im  ersten  Anfang  aussah.

Das  erste  natürlichste  Bedürfniß  einer  solchen  neuen
Gesellschaft  war  immer  ein  Lehrer,  der  in  der  Versammluug
das  Wort  führen,  was  vorgelesen  wurde,  erklären  konnte,
Die  Apostel  selbst  setzten  an  vielen  Orten  solche  Männer  ein-An
  andern  Orten  wählte  die  Gemeine  den  verstaͤndigsten
aus  ihren  Mitgliedern,  einen  Mann  guten  Leumunds  nnh,
kluger  Sitten.

Zum  Befehlen  war  nun  ein  solcher  gewiß  nicht  da,  aber
er  hatte  Auctorität,  und  konnte  besonders.  in  Gesellschaft  mit
manchen  durch  Alter  und  Erfahrung  ehrwürdig  gewordencn
Mitgliedern,  auch  bei  Sachen,  die  nicht  zunächst  das  Lehramt
  betrafen,  ein  gältiges  Urtheil  sprechen.  Bei  den  gewöhnlichen
  Obrigkeiten  konnten  nehmlich  die  Cbristen  nicht  viel
Recht  hoffen,  sie  wandten  sich  also  oft  lieber  an  inn,  zu  dem.
sie  ohnedieß  das  größte  Zutrauen  hatten.

Er  war  auch  Verwalter  der  gemeinschaftlichen  Geld  er,  lnd
bestritt  daraus  die  Versorgung  der  Armen,  der  Wittwen  und
Waisen  und  besonders  auch  derer,  so  um  der  Religion  willen
Noth  litten.  Zwar  vorzüglich  ihm  gebuͤhrte  das  Necht  in  der
Gemeine  zu  sprechen,  aber  die  anderen  Mitglicder  waren  deswegen
  nicht  ausgeschlossen.  Er  war  nur  älterer  Bruder  mehrerer
  Geschwistrige,  nur  das  Bedürfniß  mehrerer  schwächeren
Mitglieder  der  Gemeine  machte  ihn  nothwendig.  Da  er  ohne
alle  weitere  Vorbereitung  von  Studium  unter  den  übrigen  als
der  verständigsie  gewählt  worden  war,  so  hatte  er  doch  immer
  unter  der  Gemeine  mehrere  seines  gleichen.

Lange  konnte  aber  eine  solche  unschuldige  Einrichtung
in  ihrer  Unschuld  nicht  bleiben.  Persoͤnliche  *  mußt

Spittler's  simmtl.  Werke  II.  Bd.