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großmuͤthig  dasselbe  sich  unter  einander  ohne  weitere  Kirchenbuße
  verziehen.

Wie  durch  ein  Lauffeuer  entzuͤndete  sich  die  Streitigkeit
in  allen  Afrikanischen  Kirchen.  Die  Donatisten  (so  heißt  die
Gegenpartie  des  Caͤcilian  von  einem  ihrer  Hauptanfuͤhrer)
bringen  ihre  Klagen  vor  Constantin,  und  erbitten  sich  Gallische
  Bischöfe  zu  Commissarien  der  Untersuchung.  Die  niedergesetzte
  Commission,  bei  welcher  Constantin  den  Rômischen
Bischof  Melchiades  zum  ersten  Commissar  machte,  spricht  den
Cäcilign  von  den  vorgeworfenen  Verbrechen  völlig  frei,  und
manche  der  Beschuldigungen  fallen  auf  Häupter  der  Donati-=sten
  zurück.  Auch  bei  der  zweiten  Untersuchung,  welche  Constantin,
  weil  die  Donatisten  noch  nicht  ruhten,  dem  Proconsul
  von  Afrika  übertrug,  erscheint  Cäcilian's  Sache  als  Sache
der  Unschuld.  Doch  um  den  Klägern  selbst  ihre  wichtigsten
Einwürfe  zu  entreissen,  ruft  Constantin  etlich  und  dreißig
Bischöfe  aus  verschiedenen  seiner  Provinzen  nach  Arles-  Auch  314
sie  können  nicht  anders  als  wieder  gegen  die  Donatisten
sprechen:  und  das  einzige,  was  den-  Unruhigen  jetzt  noch
übrig  blieb,  war,  den  Kaiser  selbst  zum  Richter  aufzufordern.
Es  war  leicht  voraus  zu  sehen,  was  sich  auch  wirklich  ereignete,
  daß  sie  auch  bei  dem  eignen  Urtheil  des  Kaisers,  wenn
es  gegen  sie  ausfallen  sollte,  Partheilichkeit  finden  würden.
Die  weiteren  Folgen  und  die  schrocklichen  Scenen  dieser  Be,
wegungen  gehbren  zur  folgenden  Periode.

§.  1I.
Veränderungen  der  Kirchenzucht  und  dadurch  veranlaßter  Novatianismus.

Wenn  man  an  die  Einrichtung  und  den  Geist  der  Kirchenzucht
  dieser  drei  ersten  Jahrhunderte  denkt,  so  findet  man
solche'heftige  Unruhen  in  ihren  Veranlassungen  weniger  außer-