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ohne  bestimmtes  Formular  zu  beten  wußte;  man  gab  es  in
der  Gemeine  herum.  Alle  aßen  vom  heiligen  Brod,  alle  tranken
  den  heiligen  Becher;  denn  warum  sollten  es  nicht  alle  thun,
da  sie  sich  alle,  wie  Bruͤder  eines  Vaters,  ihres  großen  Erstgebornen
  hier  freuen  sollten?  Da  war  nie  eine  Versammlung,
in  welcher  nicht  dieses  Freudenmahl  gehalten  wurde,  und  wenn
es  schon  damals  der  Feiertage  und  Feste  nur  wenige  gab,  so
kam  man  doch  oft  zusammen.  Selbst  in  den  ersten  Zeiten  kam
man  oft  zusammen,  da  man  auch  noch  keine  eigene  Versammlungshäuser
  hatte,  etwa  bloß  bei  einem  der  angesehensten  Mitglieder
  der  Gemeine  oder  wohl  gar  in  unterirdischen  Höhlen  zusammentraf.


Der  Ceremonien  waren  noch  nicht  viele.  Die  Kirche  war
noch  frei  von  manchen  Gebräuchen,  welche  itzt  Veranlassung
  oder  Wirkung  des  Aberglaubens  sind.  Nur  mit  der
Taufe  war  schon  Erorcismus  verbunden;  denn  man  glaubte,
den  Teufel  vorher  erst  austreiben  zu  müssen,  ehe  man  dem
Menschen  den  heiligen  Geist  mittheilen  könne.  Auch  war
schon  allgemeine  Gewohnheit,  daß  man  sich  bei  allen  Gelegenheiten
  kreuzte,  und  dem  Zeichen  des  Kreuzes  manche  besondere
  Wirkungen  zuschrieb.  Es  war  Zeit  der  sorglosen  Unschuld,
  Zeit  des  unbekümmerten  Knabenalters,  aber  wohl  gewöhnte
  sich  der  Knabe  schon  hie  und  da  an  manches,  was
ihm  nothwendig  in  seinen  Jünglings=  und  Mannsjahren
schädlich  seyn  mußte,  wenn  der  Fehler  erst  Zeit  und  Ort  seiner
  Entwicklung  fand.