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Geschichte  der  Lehre,  nach  beiden  Beziehungen  als
Religion  und  Theologie  betrachtet.

S.  14.

Lehre  der  Apostel.
Der  erste  Unterricht  der  Apostel  war  aͤußerst  einfach.
Es  war  ihnen  darum  zu  thun,  gute  fromme  Menschen  zu  bilden,
dem  Juden  seinen  Nationalstolz,  dem  Heiden  seine  Laster  abzugewoͤhnen.
  Dazu  brauchte  es  nun  nichts  als  herzliche  väterliche
  Ermahnungen,  verstärkt  durch  das  Beispiel  Christi
und  anschaulich  gemacht  durch  mannichfaltige  Gründe  aus
der  Natur  der  Sache  selbst  und  aus  ihrer  unmittelbaren  Lage.
  Ihr  ganzer  Vortrag  richtete  sich  immer  nach  den  Bedürfnissen
  und  Fähigkeiten  der  Zuhdrer,  war  also  anders  gegen
  den  Juden,  anders  gegen  den  Heiden,  weil  man  bei
dem  Juden  manches  voraussetzen  konnte,  wovon  Heiden  keine

Kenntniß  oder  keine  Ueberzeugung  hatten.

Die  besondere  Denkungsart  eines  jeden  Aposiels  trug
auch  dazu  bei,  daß  einer  vor  dem  andern  einen  gewissen  Artikel
  in  helleres  Licht  zu  stellen  suchte.  Wie  hoch  schlug  nicht
das  Herz  des  sanften  Johannes,  wenn  er  goͤttliche  Wuͤrde
seines  innigst  geliebten  Jesus  behauptete!  Wie  eiferte  nicht
Paulus  gegen  jeden  Ueberrest  des  Judenthums;  wie  verschieden
  scheint  sich  Jakobus  auszudruͤcken.  Man  sieht  aber  doch
durch  alle  diese  Verschiedenheiten  hindurch,  daß  es  ihnen  darum
  zu  thun  ist,  die  Nachrichten  von  der  Person  und  Wuͤr—
de  Jesu  zu  einem  der  Hauptbeziehungspuncte  ihres  Vortrags
zu  machen,  Gottes  allgemeine  Vaterliebe  besonders  aus  der
Geschichte  Christi  zu  zeigen,  und  die  zweifelsvolle  Ungewißheit
  zu  heben,  womit  bisher  Juden  und  Heiden  in  Ansehung
des  Zustandes  nach  dem  Tode  gepeinigt  wurden.