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Es  war  fuͤr  die  Behauptung  der  Reinigkeit  der,  Lehre
in  diesen  ersten  Christlichen  Gemeinen  sehr  wichtig,  daß  die
Apostel  Schriften  hinterließen,  worin  theils  die  Geschichte  Jesu
  glaubwürdig  erzählt,  theils  die  Hauptpuncte  ihres  Vortrags
  gelegenheitlich  ausgeführt  oder  wenigstens  berührt  waren.
  Es  sind  zwar  eigentlich  nur  Localschriften;  denn  es  sind
größtentheils  Briefe,  also  nicht  Abhandlungen  über  gewisse
Gegenstände.  Wie  es  sich  in  einem  Briefe  giebt,  bald-  Antwort
  quf  eine  vorgelegte  Frage,  bald  Digression  aus  Gelegenheit
  eines  neuesten  Vorfalls,  bald  Ermahnung  wegen  einer
bevorstehenden  Sache.  Aber  gerade  dieses  Locale  und  Individuelvertrauliche
  gab  solchen  Schriften  für  jenes  erste  Zeitalter
  das  höchste  Interesse  und  ein  unverkennbares  Siegel
von  Authenticität.

Man  hat  nicht  alles,  was  die  Apostel  geschrieben  haben,
  und  man  weiß  auch  nicht,  wie  es  kam,  daß  gerade  diese
Schriften  gesammelt  wurden,  welche  wir  gegenwärtig  noch
haben.  Sie  scheinen  schon  zu  Ende  des  ersten  Jahrhunderts  gesammelt
  gewesen  zu  seyn.  Ob  sogleich  alle  auf  einmal,  läßt
sich  wieder  nicht  entscheiden.  An  der  Aechtheit  einiger  derselben
  zweifelte  man  zu  Ende  des  zweiten  und  vorzüglich  im
dritten  Jahrhundert.  Unter  diesen  bezweifelten  ist  die  Offenbarung
  Johannis  das  merkwürdigste;  denn  weil  sie  ein  prophetisches
  Buch  ist,  bekam  sie  besonders  in  Aegypten  starke
Partie  und  Gegenpartie;  Leute,  die  sich  mit  Deutungen  abgaben,
  mißbrauchten  das  Buch,  und  Leute,  welche  diese  Deutungen
  widerlegen  wollten,  schienen  den  Mißbrauch  dem  Buche
  selbst  angerechnet  zu  haben.

.  15.
Kebereien.  Gnostiker.  1
Die  Apostel  haben  es  noch  selbst  erlebt,  daß  man  ihre