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Versuche  machte,  die  gewöhnlichen  Vorstellungsarten  zu  verfeinern.

.  10.
Manichäer.

Eine  Abart  oder  vielleicht  ein  Zweig  des  Gnosiicismus
waren  die  Manichäer.  Manes,  ein  Persischer  Magier,  glaubte
zwischen  seiner  Persischen  Philosophle  und  der  Christlichen  Religion
  Uebereinstimmung  zu  finden,  und  was  noch  nicht  übereinstimmend
  war,  glaubte  er  dazu  machen  zu  können.  Die
Lehre  seiner  Bäter  von  zwei  gleich  ewigen  Grundwesen  einem  guten
  und  bösen,  (Licht  und  Finsterniz)  wurde  zum  Grund  gelegt.

Der  Herr  des  Lichts  sey  der  seligste  Geist,  voll  des  thätigsten
  Wohlwollens,  der  Herr  der  Finsterniß  voll  bittern  Hasses
und  böser  Lüste.  Diese  beiden  Herren  seyen  mit  einander  im
Krieg,  und  der  Fürst  der  Finsterniß  habe  verschiedene  kleine
Vortheile  gewonnen.  Wir  Menschen,  über  welche  von  beiden
Partien  viel  gestritten  wird,  tragen  einen  Leib,  der  aus  der
bösen  Materie  entsprungen  ist,  und  von  den  zwei  Seelen,  die
wir  haben,  kommt  eine  vom  Fürsten  der  Finsterniß  und  die
andere  vom  Fürsten  des  Lichts  her.  Christus  wurde  in  der  Absicht
  von  Gott  erzeugt,  um  denen  in  Leibern  eingeschlossenen
Seelen  zu  helfen.  Er  nahm  deswegen  einen  Scheinkörper  an,
und  Manes  ist  der  Paraklet  (Lehrer),  der  itzt  durch  Predigung
  einer  vollkommeneren  Sittenlehre  als  die  Sittenlehre  Christus
  war,  das  angefangene  Werk  vollenden  soll.  Welche  Seele
sich  reinigen  will,  muß  den  Dienst  des  Judengottes  verlassen,
dem  Gesetz  Christi  und  des  Manes  durch  Bestreitung  seiner
Löste  gehorchen.  Zwar  wird  sie  in  diesem  Leben  nie  ganz  rein,
sondern  erst  noch  nach  dem  Tode  hat  sie  verschiedene  Läuterungen
  auszudauren.  Aber  wenn  sie  sich  doch  nun  hier  gar
nicht  reinigen  lassen  will,  so  wird  sie  nach  diesem  Leben  von