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henem  Uebertritt  des  Regenten,  bei  Hof  und  in  den  Provinzen
  die  Anzahl  der  Proselyten  sich  vermehrt  haben  muß,
wie  maͤchtig  nun  eigenes  Interesse  fuͤr  die  Annahme  der
Christlichen  Religion  wirkte,  und  was  der  ungehinderte  Bekehrungseifer
  einzelner  Bischoͤfe  ausgerichtet  haben  kann.
Doch  gieng  es  fuͤr  solche  allgemeine  Vermuthungen  nicht
schnell  genug.  Es  zeigte  sich  deutlich,  wie  viel  leichter  es
sey,  eine  Religionspartie  von  ihrer  bluͤhenden  Hoͤhe  in  einen
Zustand  duͤrftiger  Existenz  herabzudraͤngen,  als  gaͤnzlich  dieselbe
  auszurotten,  und  leider  bekam  die  Thaͤtigkeit  der  Bischoͤfe
  in  Verfolgung  der  so  genannten  Ketzer  und  gesetzmä-Higer
  Behauptung  ihrer  bisherigen  Observanzrechte  bald  einen
  neuen  Gegenstand,  dessen  Interesse  noch  stärker  anzog
als  Ausbreitung  der  Christlichen  Religion.

Wie  rasch  aber  doch  bei  allen  Religionspartien  der
Verfolgte  zum  Verfolger  wird!  Kaum  volle  achtzehn  Jahre,
daß  es  keine  Christliche  Märtyrer  mehr  gab,  so  erschien  ein
Edict  des  Chriftilichen  Kaisers,  daß  alle  heidnische  Tempel
geschlossen  werden,  alle  Opfer  und  alles  Befragen  der  Ora,
kel  bei  Confiscation  der  Güter  und  Lebensstrafe  verboten
seyn  sollte,  und  den  Statthaltern  der  Provinzen  wurde  eine
Strafe  angesetzt,  wenn  sie  in  Vollziehung  dieses  Gesetzes
nachlässig  seyn  würden.  "6

Ist's  zu  verwundern,  wenn  der  unedle  Julian,  dem
ohnedieß  alle  Anstalten  der  Familie  Constantins  äußerst  zuwider
  waren,  und  Christliche  Religion  von  vielen  Seiten  her
verhaßt  gemacht  wurde,  durch  vergebliche  anderthalbjährige
Bemühungen  die  heidnische  Religion  wieder  begünstigte?
Sein  schneller  Tod  versicherte  den  Christen  auf's  neue  die
Ruhe,  und  sein  Nachfolger  Jovian  stellte  nicht  nur  sogleich

Spittler's  sämmtl.  Werke.  II.  Bd.  5

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