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Versuche  am  Orientalischen  und  Occidentalischen  Reiche,  bis

endlich  ihr  Alarich,  dem  treulosen  Honorius  die  Ermordung

des  tapfern  Stilico  zu  vergelten,  in  Italien  einbrach,  Rom

410  selbst  seinen  Grimm  fühlen  ließ.  Doch  blieben  die  Sieger

nach  Alarichs  Tode  nicht  in  Italien,  sie  giengen  nach  Gallien

  zurück,  und  stifteten  ein  Reich,  dessen  Gränzen  Rhone
Hund  Ebro  wurden.

Ihnen  zunächst  an  der  Rhone  setzten  sich  Burgun  der,
eine  Christlicharianische  Nation  wie  ihre  Nachbarn  die  West-Gothen,
  und  lange  behielt  neben  beiden  in  Gallien  immer
noch  ein  Rômischer  Statthalter  Raum,  dessen  Entschlossenheit,
  vereinigt  mit  dem  Muthe  der  West-Gothen,  den

451  schrdcklichen  Einfall  des  Hunnischen  Helden  Attila  hemmte,
gegen  welchen  die  Beredtsamkeit  des  Rômischen  Bischofs
Leo  Italien  schwerlich  zum  zweitenmal  gerettet  haben  würde.
Britannien  war  unglücklicher.  Um  gegen  die  Einfälle,
  der  wilden  Bewohner  des  ndrdlichen  Theils  der  Halbinsel
  den  Schutz  zu  bekommen,  welchen  ehedem  Roͤmische
Legionen  gewährt  hatten,  rief  der  entnervte  Britte  Sachsen
440  und  Angeln  herbei.  Die  Sceräuber  schützten  ihn  auf  kurze
Zeit,  bis  endlich  gerade  durch  diese  Beschützer  der  alte  Einwohner
  mit  seiner  Christlichen  Religion  in  die  Walliser  Gebürge
  zurückgetrieben  wurde.

Italien  selbst  war  kaum  ein  Jahr  länger  Roͤmisch
als  Britannien.  Barbarische  Miethvölker,  deren  bezahlte
Tapferkeit  ohnedieß  längst  noch  der  einzige  Schutz  des  alten

476  Einwohners  gewesen,  riefen  einen  ihrer  Feldherren  Odoacer
  zum  Könige  aus,  und  dieser  behauptete  sich  siebzehn
Jahre  lang,  bis  der  Ost-Gothe  Theoderich  seiner  Herrschaft
  vdllig  ein  Ende  machte.

Dieser  muthige  Heerführer  der  Gothen,  welche,  nach