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seine  Nachfolger  oft  in  den  entferntesten  Provinzen  Vicarien.
  Da  auch  bald  ein  wiederholtes  Gesetz  Kaiser  Valentinians
  denselben  aufs  neue  beguͤnstigte,  so  gab  Siricius
die  erste  Decretale.  Schreiben,  wie  seine  Vorgaͤnger  oͤfters
an  Italiaͤnische  Bischoͤfe  hatten  ergehen  lassen,  schickte  er
an  Bischoͤfe  fremder  Provinzen.

Wie  die  Arianischen  Haͤndel  eine  schoͤne  Gelegenheit
waren,  den  Bischof  von  Alexandrien  in  Verbindlichkeit  zu  setzen,
so  gab  es  bald  aͤhnliche  Veranlassungen  in  Ruͤcksicht  auf  den
Constantinoplischen  Stuhl.  Bischof  Johann  Chrysostomus,
gegen  den  sich  sein  eigener  Klerus,  die  beleidigte  Gemahlinn
des  Kaisers,  und  der  ungerechtargwoͤhnische  Theophilus  von
Alerandrien  verschworen,  wo  hätte  er  gegen  alle  diese  Feinde
  Hülfe  finden  sollen,  als  bei  dem  Bischof  zu  Rom?  In
den  Nestorianischen  und  Monophysitischen  Unruhen  wurde
der  Sieg  erst  über  den  Constantinoplischen,  dann  über  den
Alerandrinischen  Bischof  noch  größer,  und  Leo  der  Große,
der  die  Kunst  sich  am  Hose,  selbst  unter  dem  kaiserlichen
Frauenzimmer,  Verbindungen  zu  machen  und  zu  erhalten  vortrefflich
  verstand,  genoß  die  Freude  vollkommen,  besonders
durch  Bestimmung  einer  Orthodorievorschrift  seine  ehrgeizigen
Absichten  zu  befriedigen.  Doch  gerade  in  eben  demselben  Zeitpunkt,
  da  er  über  seinen  furchtbarsten  Gegner  den  Alerandriner
  triumphirte,  wuchs  ihm  zum  äußersten  Aerger  der  Bischof
von  Constantinopel  als  Nebenbuhler  herbei.

So  ist  in  diesem  ganzen  Zeitalter  die  Geschichte  des
Römischen  Bischofs  ein  beständiger  Wechsel  von  Gelingen
und  Mißlingen,  von  Erhebungen  und  Demöthigungen,  und
unter  den  letzten  sind  manche  feierliche  Prostitutionen,  zu
welchen  die  Roͤmischen  Bischöfe  sehr  oft  durch  Ignoranz  gebracht
  wurden.  Sie  sollten  die  spitzfindigen  Streitfragen