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nach  Constantinopel  heruͤber,  und  behandelte  hier  den  ersten
Bischof,  der  Christenheit  mit  dem  erniedrigendsten  Despotismus,
  oder  ergieng  ein  Befehl  an  den  kaiserlichen  Statthalter
in  Italien,  welchen  dieser  mit  größter  Freude  als  eine  Gelegenheit
  Geld  einzuernten  ansah.

Der  größte  Theil  der  übrigen  occidentalischen  Bischoͤfe
fragte  aber  gar  nicht  darnach,  was  mit  Kaiser  Justinians
Begriffen  öbereinstimme  oder  nicht.  Justinian  hatte  ihnen
nichts  zu  befehlen,  sie  gehörten  zur  Westgothischen,  Fränkischen,
  Burgundischen,  Longobardischen  Oberherrschaft.  Sie
erklärten  also  den  Roͤmischen  Vischof  geradhin  für  einen
Ketzer,  trennten  sich  ganz  von  ihm,  wenn  er  sich  so  sehr
nach  der  morgenländischen  Hoftheologie  richtete.  Wie  freute
sich  Gregor  der  Große,  der  die  Reihe  Rdmischer  Bischöfe
in  dieser  Periode  schließt,  wann  er  es.  dahin  brachte,  daß
man  ihn  nicht  verketzerte.  Er  wollt“  es  gern  tragen,  daß
andere  nicht  so  dachten  wie  er,  nur  möchten  sie  ihm  seine
Meinung  nicht  zum  Verbrechen  machen.  Wer  hätte  hier
prophezeien  moͤgen,  daß  einmal  eine  Zeit  kommen  werde,
wo  sich  alle  Koͤnige  und  Bischoͤfe  unter  den  Fuß  des  Roͤ-mischen
  Oberpriesters  wuͤrden  schmiegen  muͤssen?

6.  27.
Patriarch  von  Constantinopel,  Alexandrien  und  Antiochien.

Weit  günstiger  warenddem  ersten  Scheine  nach  alle  Umstaͤnde
  fuͤr  den  Bischof  von  Constantinopel.  Dort  kamen
gewoͤhnlich  gelehrtere,  thaͤtigere  Maͤnner  auf  den  Stuhl.  Ihre
Gemeine  litt  keine  solche  Revolutionen,  wie  die  Roͤmische
bei  Alarichs  und  Genserichs  Einbruch  in  Italien.  Ihr
Einfluß  bei  Hof  und  ihre  Localkenntniß  aller  dortigen  Verhaͤltnisse
  schien  selbst  für  die  übrigen  Bischöfe  bis  zur  gefälligen
  Schmeichelei  wichtig.  Unstreitig  ist  auch  für  das

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