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erste  Wachsthum  eines  solchen  kleinen  Herrn,  als  ein  Bischof
  war,  Nähe  bei  der  Person  des  Regenten  ein  hoͤchst  erwünschter
  Vortheil,  aber  eben  dieselbe  wird  unüberwindliches
Hinderniß,  sobald  sich  der  kleine  Herr  nach  und  nach  in  eine
  völlige  Unabhängigkeit  hinaufarbeiten  will.  Die  Systeme
bei  Hof  sind  zu  abwechslend,  daß  er  nicht  oft  darunter  leiden
  sollte.  Jeder  seiner  Schritte  und  Versuche  wird  gar  zu
schnell  bekannt,  kann  gar  zu  sehr  in  der  Nähe  geprüft  werden,
  und  der  Kaiser  hatte  immer  Mittel  genug,  stolzgewordene
  Bischöfe  zu  demüthigen.  Dem  Bischof  von  Constantinopel
  machte  überdieß  die  große  Menge  fremder  Bischöfe,
welche  sich  stets  am  kaiserlichen  Hof  aufhielten,  manchen  empfindlichen
  Verdruß.  Sie  wußten  sich  gewöhnlich  noch  besser
  als  er  die  Gnade  des  Hofes  zu  gewinnen,  sie  reizten  den
Kaiser  und  die  Minister  gegen  ihn,  und  suchten  sich  dadurch
den  Weg  zu  bahnen,  selbst  auf  den  Stuhl  des  zweiten  Bischofs
  der  Christenheit  zu  gelangen.

So  während  daß  Chrysostomus  mit  der  Reforme  einiger
  Kleinasiatischen  Gemeinden  beschäftigt  war,  überläßt  er
sein  Amt  einem  solchen  Gaste,  dem  Syrischen  Bischof  Severian,
  und  dieser  verhetzt  Hof  und  Gemeine  gegen  seinen
Wohlthäter.  Bei  allen  Unruhen,  welche  der  Nestorianismus
zu  Anfang  des  fünften  Jahrhunderts  in  Constantinopel  erregte,
  waren  diese  fremden  Bischbfe  immer  voran,  und  weil
jeder  auch  von  den  geringern  Geistlichen  immer  doch  wieder
seine  Verbindungen  bei  Hof  und  unter  den  Ministern  hatte,
so  konnte  der  Bischof  auch  im  Kampf  gegen  diesen  nie  fertig
werden.

Erst  seit  der  Synode  von  Chalcedon  fängt  der  Bischof
von  Consiantinopel  an,  selbst  im  Verhältniß  gegen  den  Römischen
  recht  mächtig  zu  werden.  Er  benutzte  die  Gelegen-