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Moͤnchswesen,  im  Orient  und  Occident.
Schon  seit  dem  Ende  des  zweiten  Jahrhunderts  gab  es
auch  Christliche  Asceten  und  Christliche  Eremiten,  Christen,
welche  nach  ächtem  Syrischägyptischem  Temperamente  und
Sitten  die  willkührlichsten  Selbstverläugnungen  wählten,  und
vielleicht  selbst  auch  noch  mehr  durch  die  damals  herrschenden
  Verfolgungen  veranlaßt,  losgerissen  von  aller  menschlichen
Gesellschaft  in  Eindden  sich  flüchteten.  Der  Mensch,  den
weise  Abwechslung  von.  Einsamkeit  und  Gesellschaft  bildet,
wird  in  der  Eindde  zum  Thier,  und  diese  Heiligen  beschleunigten
  die  Metamorphose,  weil  sie  sich  wenigstens  den  Teufel
zum  Gesellschafter  in  die  Eindde  mit  nahmen.
3065  Antonius  brachte  zuerst  einige  Milderung  in  diese  traurige
  Kunst  fromm  zu  werden.  Er  beschränkte  die  elende
Mannigfaltigkeit  ihrer  frommen  Uebungen  durch  gewisse  Vorschriften.
  Er  veranlaßte  sie,  ihre  Wohnplätze  in  der  Nähe
unter  einander  aufzuschlagen,  um  wenigstens  unter  einander
selbst  in  Gebetsuübungen  und  Bedürfnissen  dieses  Lebens  wechselsweis
  Hölfergeben  zu  können.

Ein  anderer  Aegyptier,  Hachomius,  errichtete  gemeinchaftliche
  Gebäude,  wo  die  Asceten  unter  Aufsicht  zusammen
leben  sollten.  Er  schrieb  ihnen  eine  besiimmte  Lebensart  vor,
welche  bei  ihm  doch  noch  größtentheils  vernünftiger  war,  als
bei  manchen  seiner  Nachfolger.  Religionsunterricht  und  Gewinnung
  ihres  gebensunterhalts  waren  ihre  Hauptbeschäftigung;
  zu  dem  letzen  brauchte  es  nicht  viel  Arbeit,  weil  Fasten,
dessen  die  Natur  in  so  heißen  Gegenden  vorzuͤglich  faͤhig  ist,
eine  ihrer  angelegentlichsten  Religionsuͤbungen  war.

In  kurzem  vermehrte  sich  ihre  Anzahl  so  seht,  daß  allein
in  Aegypten  uͤber  fuͤnfzig  tausend  sich  befanden,  theils  Moͤnche

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