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theils  Nonnen;  daß  eine  Wohnung  solcher  Coͤuobiten  oft  meh,
rere  tausende  faßte;  und  daß  endlich  nicht  leicht  ein  Mann  von
Frömmickeit,  nicht  leicht  ein  Bischof  von  Ansehen  war,  der
nicht  eine  Zeitlang  unter  diesen  frommen  Laien  gelebt,  seine
erste  Erziehung  bei  ihnen  genossen.

Niemand  wurde  nehmlich  damals  durch  ein  unwiderrufliches
  Gelübde  an  sein  Klosterleben  gebunden,  niemand  wurde
auch,  selbst  so  lange  er,  Mönch  seyn  wollte,  gerade  an  eine  gewisse
  Regel  gebunden.  So  viel  strenger  auch  ihre  Lebensart
war,  als  in  der  Folge  der  Occidentalischen  Mönche,  so  viel  ungebundener
  war  doch  im  Ganzen  ihre  Freiheit.  Aegypten  und
Syrien  und  Pontus  blieben  beständig  ihr  Hauptwohnplatze-Schon
  in  Kleinasien  fanden  sie  weniger  Beifall,  und  noch  weniger
  in  Europa.  Das  kältere  Klima  Italiens  und  Frankreichs
war  einem  solchen  Fanatismus  zu  wenig  günstig,  sprischägyptische
  Diät  dort  unmöglich,  und  vielleicht  auch  das  Land  im
allgemeinen  zu  gleichförmig  bevölkert.

Das  Mönchswesen  würde  in  Europa  nie  herrschend  geworden
  seyn,  wenn  nicht  Benedict  von  Nur  sia  in  der  Mitte
des  sechsten  Jahrhunderts  demselben  einé  ganz  andere  Einrichtung
  gegeben  hätte.  Er  hob  die  herumschweifende  Lebensart.
der  bisherigen  Mönche  auf.  Er  machte  es  zum  Gesetz,  daß  man
sich  für  seine  Regel  auf  ewig  verpflichten  mußte,  und  wenn
er  schon  in  seinen  Cönobien  auch  die  Beobachtung  der  Orientalischen
  Mönchsregeln  gestattete,  so  erlaubte  er  doch  keinen
Uebergang  von  seiner  Regel  zu  diesen.

Handarbeit,  Gebet  und  Studiren,  wozu  auch  Unterweisung
  der  Jugend  gehörte,  waren  die  drei  Geschäfte,  in  welche
ex  seinen  Mönchen  den  Tag  eintheilte,  und  die  Handarbeit  dieser
  Mönche  war  der  ganzen  damaligen  Beschaffenheit  der  Occidentalischen

  Provinzen  sehr  nuͤtzlich,  da  sie  veroͤdete  Laͤnder  ur-6“
