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Frage,  in  welchen  Ausdruͤcken  man  vom  Logos  sprechen  solle,
war  noch  nicht  so  ins  Reine  disputirt,  daß  nicht  immer  verschiedener
  Sprachgebrauch,  verschiedene  Vorstellungsart,  und
selbst  besonders  in  Aegypten,  damals  dem  eigentlichen  Mutterlande
  theologischer  Forschung,  statt  gefunden  hätte.  Diese
schon  seit  Origenes  Zeiten  geduldete  Verschiedenheit  wurde
durch  Zufall  zum  gefährlichen  Kirchenschisma.

Ein  gelehrter  Presbyter  in  Alerandrien,  Arius,  den
Alter  und  Kenntnisse  selbst  zu  bischöflichen  Hoffnungen  berechtigten,
  gerieth  mit  seinem  Bischof  Alerander  zufällig  in
Streit,  ob  dem  Logos  auch  Ewigkeit  zugeschrieben  werden
koönne.  Nach  den  Neuplatonischen  Ideen  des  Bischofs  war
Ewigkeit  des  Logos  so  gewiß,  als  Gott  von  Ewigkeit  her
als  verständiges  Wesen  gedacht  werden  mußte,  und  Arius,
dessen  Begriffe  wahrscheinlich  mehr  von  gnostischen  Aconengenealogien
  herstammten,  konnte  sich  den  Gezeugten  nicht
gleich  ewig  denken  mit  dem,  der  seines  Daseyns  Ursprung
sey.  Da  der  Bischof  mit  Disputiren  und  Ermahnungen
nichts  ausrichtete,  so  wollte  er  seine  Autorität  gegen  den
Presbyter  brauchen.  Er  hielt  eine  Synode,  ercommunicirte:
den  Arius  und  verurtheilte  ihn  als  einen  Gotteslästerer.  Ueber
  diese  Voreiligkeil  waren  manche  andere  angesehene  Bischöfe
  sehr  aufgebracht.  Sie  hielten  es  nicht  für  so  ganz  gewiß,
daß  wenn  auch  Arius  unrecht  habe,  der  Sprachgebrauch  des
Bischofs  untadelhaft  sey,  und  niemand  war  mit  Aleranders
Ausdrücken  mehr  unzufrieden  als  Eusebius  von  Nikodemien.

Der  Schritt  war  einmal  gethan.  Jeder  suchte  sich  Partie
  zu  machen,  durch  Correspondenz  und  andere  Verbindungen
Freunde  zu  werben.  Die  friedlichen  Ermahnungen  Kaiser
Constantins  wurden  nicht  gehört,  und  das  einzige  Mittel  den
Streit  zu  endigen,  schien  eine  große  Synode  zu  seyn.  Bi-