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Eine  animalische  Seele  oder  Vegetationskraft  habe  der  Mensch
Jesus  zwar  gehabt,  aber  was  in  ihm  gedacht,  empfunden,
gehandelt  habe,  sey  einzig  der  Logos  gewesen.  Man  schrieb
mit  Eifer  gegen  diese  Meinung.  Besonders  die  Syrischen.
Lehrer,  in  deren  Kirchen  die  neue  Hypothese  vorzüglich,  beliebt
  zu  werden.  schien,  suchten  immer  recht  deutlich  von  ver
ganzen  Menschheit  Jesu  zu  sprechen,  unterschieden  recht
forgfältig  die  menschliche  Natur  von  der  höheren  damit  virbundenen
  Natur  bes  Logos.  Aber  eben  dieses  Bestreben  der
Shischen  Lehrer,  recht  sorgfaͤltig  zu  unterscheiden,  veranlaßte
endlich  einen  theologischen  Krieg,  der  noch  viel  eefährlicher
wurde,  als  der  Arlanische,  dessen  Folgen  noch  bis  auf  den
heutigen  Tag  nicht  nur  im  dogmatischen  Compendium,  sondern
  selbst  in  der  Eeschichte  sortdauren.  Die  Begebenheit
ist  nach  ihrem  ersten  Ursprung  folgende.
Geschichte  der  N  hertanifce  Unruhen.

Die  Eifersucht  bes  Bischofs  von  Alcrandrien  wurde  eben
so  rege,  als  der  Kar.  des  Consantinowplischen  Klerus  aufs
neue  erwachte,  da  im  FJahr  428  schon  wieder  ein  Zögling  der
Antiochischen  Kirche,  Nestorius,  als  Bischof  nach  Constantinöpel
  kam.  Cyrilluls,  damals  Bischof  von  Alerandrien,  ein
ränkevoller  heimtückischer  Mann,  legte  sogleich  alles  darauf  un,
den  neuen  Bischof  zü  Falle  zu  bringen,  und  das  Project
konnte  beinahe  nicht  mißlingen,  da  sich  ein  großer  Theil  des
dortigen  Klerus  zu  Belaurung  des  glücklichen  Fremdlings
gebrauchen  ließ.  Wie  viele  von  ihnen  fühlten  sich  verdienker
für  die  bischöfliche  Würde  als  dieser  Antiochische  Homilet.
.Die  Predigt  eines  Presbyters,  den  Nestorius  von  Antiochien
  mitgebracht  hatte,  gab  das  Signal  zu  den  Unruhen.
v„Niemand  soll  (so  lauten  die  verschrienen  Worte  der  Predigt)