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die  Maria  Gottesgebährerinn  nennen,  denn  Maria  war  ein
Mensch,  und  von  einem  Menschen  kann  Gott  nicht  geboren
werden.“  Nestorius  vertheidigte  in  verschiedenen  eigenen
Predigten  diese  Meinung  seines  Presbyters,  und  zeigte,  was
nicht  erst  hätte  gezeigt  werden  sollen,  daß  wenn  die  Schrift
von  Geburt  und  Tod  Christi  rede,  so  waͤhle  sie  immer  Ausdruͤcke,
  welche  seine  ganze  Person  und  nicht  nur  seine  göttliche
  Natur  bezeichnen,  es  heiße  nicht,  Goit  sey  geboren,  sondern
  Gottes  Sohn  *  geboren.  Aber  bleich  in  den  ersen
Wochen  zu  Constantissopel  und  zu  Alerandriei  war  über  diese
Predigten  ein  solches-Ketzergeschrei,  daß  die,  vorsichtigste  Erklärung
  des  Nesiorius  nicht  mehr  gehört  wurde.)  Ihm,  dem
vermeinten  Feinde  der  Gottheit  Christi,  dem  Feind  der  Ebre
der  Maria  wurde  in  böffentlichen  Predigten  zu  Constantinopel
geslucht.  Cyrillus  streute  Widerlegungen  aus,  schrieb  an  den
Bischof  von  Rom,  gab  diesem  von  der  großen  Gefahr  Nachricht,
  welche  der  Christlichen  Religion  bevorsiehe,  und  dieser
war  unwissend  oder  boshaft  genug,  gegen  den  Bischof  von
Constantinopel  sogleich  Partie  zu  nehmen.  Man  kündigte
dem  Nestorius  an,  innerhalb  zehn  Tagen  bei  Verlust  seines
Amts  zu  widerrufen,  und  Cprillus  ließ  ihm  zwolf  Sätze  vorlegen,
  die  er  annehmen  müßte,  falls  er  für  orthodor  gehalten
werden  wolle.

Diese  zwölf.  Sätze  waren  selbst  nicht  ganz  richtig;  und
nicht  nur  Nestorius.  zweifelte  an  ihrer  orthodoren  Bestimmtheit,
  sondern  der  Patriarch  von  Antiochien  nebst  den  Bischbfen
  der  dortigen  Diöcese  waren  mit  diesen  Sätzen  viel  unzufriedener
  als  mit.  Nestorius,  der  selbst  den  Ausdruck  Gottesgebährerinn
  nun  nicht  mehr  verweigerte.  Doch  der  tobende
Cyrillus  setzte  alles  darauf,  ihre  Auctdrität  zu  behaupten,
brachte  ganz  Constantinopel  und  Alerandrien  in  Aufruhr,

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