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nur  entfernte  Veranlassung  zu  ihrer  Trennung  gegeben  hat,
daß  sie  denselben  nicht  einmal  für  den  Lehrer  ihrer  Partie
bhalten,  seine  Sache  noch  itzt  nicht  zu  der  Sache  ihrer  Partie
machen,  und  keine  Schriften  desselben  gleichsam  als  symbolische
  Parteibücher  unter  sich  haben.  Der  Name  Chal
däische  Christen,  von  dem  Hauptsitze  ihrer  Secession  so  genannt,
  ist  viel  geschickter  man  denkt  auch  bei  demselben
nicht  sogleichn  Ketzer.

Es  giebt.  wohl  viele  Beispiele,  daß  falscher  Religionseifer
  Regenten  verleitet  hat,  ihre  Länder  selbst  zu  entvölkern;
aber  der  Unterschied  zwischen  den  Religionsmeinungen  des
Regenten  und  der-Umterthanen  mußte  doch  auffallend  groß
seyn,  wenn  Intoleranz.  bis  zu  einer  solchen  Ausschweifung
stieg.  Hier  ist  vielleicht  der  einzige  Fall  in  der  Geschichte
daß  ein  Regent-  Schaaren  seiner  nützlichsten  Unterthanen  seineni
  Feinde  gleichsam  aufzwang,  bloß  weil  diese  bei  aller
ihrer  Orthodorie  nicht  gerade  die  Ausdräcke  brauchen  wollten,
welche  ein  großer  Bischof  seines  Reichs  zufällig  authorisirt
hatte;  bloß  weil  sie  das  Betragen  dieses  großen  Bischofs  nicht
billigen  wollten,  das  doch  der  Kaiser  selbst  nimmermehr  billigen
konnte.  Die  Streitfragen  zwischen  diesen  nun  getrennten
Christen  und  der  im  Rdmischen  Reich  triumphirenden  Partie
  waren  so  fein  theologisch,  ihre  Kenntniß  erforderte  so  viel
Einsicht  in  die  damalige  Philosophie  und  in  die  entferntesten
Folgerungen  aus  gewissen  Glaubenslehren,  daß  man  sicher
darauf  zählen,  darf,  der  Kaiser  und  seine  Minister  versianden
nicht  einmal  den  Controverspunct.  So  wahr  wurde  es  also
auch  hier,  daß  kein  Eifer  heftiger  ist,  als  der,  bei  dem  dunkle
Ideen  zum  Grunde  liegen.