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g.  36.
Geschichte  der  Eutychianischen  und  monophysitischen  Unruhen.

Der  Nachfolger  des  Cyrillus,  Dioskurus,  sah  es  uͤhri—-gens
  bald  als  Chrensache  seines  Stuhls  an,  vollends  zu  Skande
zu  bringen,  was  sein  Vorfahrer  noch  nicht  vollendet  hatte,
und  der  Synode  von  Ephesus,  von  der  man  unterdeß  wie
von  geheimen  Wunden  geschwiegen,  ein  lautes  Lob  zu  verschaffen.
  Auch  manche  charakteristische  Ausdrücke  der  Aegyptischen
  Theologie  waren  noch  nicht  rechk  in  Gang  gebracht,
und  Dioskurus  schien  sich  selbst  noch  über  Cyrillus  und  seine
Freunde  einen  Triumph  verschaffen  zu  können,  wenn  er  die
Schranken  von  Nachgiebigkeit,  welche  sich  diese  im  Frieden
mit  den  Antiochenern  gesetzt  hatten,  aufs  neue  durchbrach.
In  Constantinopel  ereignete  sich  wieder  der  erste  Auftritt.

Ein  dasiger  alter  siebenzigjähriger  Abt  Eutyches,  schon  in  den
vorigen  Händeln  vcrtrauter  Freund  des  Cyrillus,  trieb,  theils
aus  Eigensinn,  theils  aus  Unwissenheit,  in  unvorsichtigen
Ausdrücken  seinen  Eifer  für  die  innigste  Vereinigung  beider
Naturen  in  Christo  so  weit,  daß  ihn  nach  vorhergehenden
Warnungen  sogar  selbst  ein  Freund  der  Aegyptischen  Partie
bei  dem  dortigen  Bischof  verklagte.  Die  Anklage  wurde  bei
dem  Synodalverhör  richtig  befunden,  und  Eutpches  konnte
sich  durch  alle  seine  künstliche  Ränke  vor  der  Absetzung  nicht
schützen.  Doch  die  Kaiserinn  Eudokia  war  seine  Freundinn,
und  Dioskurus  von  Alerandrien  wahrscheinlich  gleich  in  den
Anfang  des  ganzen  Streits  verflochten.  Auf  beider  Veranlassung
  wurde  eine  zweite  größere  allgemeine  Synode  veranstaltet,
  das  gefällte  Urtheil  zu  revidiren.  440

Auf  dieser  Räuberversammlung  —  schon  dieser  allgemeingangbare
  Name  dieser  Ephesischen  Synode  zeigt  die  Geschichte
  ihrer  Verhandlungen  —  siegte  Abt  Eutyches,  der