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Kirchenbann  traf  seine  Gegner,  vorzuͤglich  den  Bischof  Flavian
von  Constantinopel,  der  seine  bei  der  Versammlung  persoͤnlich
  erlittene  Mißhandlungen  nicht  lange  mehr  uͤberlebte.  Leo
der  Große  aber,  der  damals  auf  dem  Roͤmischen  Stuhl  saß,
bewegte  Himmel  und  Erde,  dieser  unglücklich  unterdrückten
Partie  aufzuhelfen,  und  das  veränderte  Hofsystem  zu  Constantinopel
  war  endlich  auch  seinen  Bemähungen  günstig.
Eudokia  verlor  allen  Einfluß  auf  die  öffentlichen  Angelegenheiten,
  da  im  Jahr  450  Pulcheria  und  Marcian  auf  den
Thron  kamen.

Pulcheria  war  innige  Verehrerinn  des  Rdmischen  vi—
schofs,  und  veranstaltete  sogleich  im  folgenden  Jahr  eine  neue
große  Synode  zu  Chalcedon,  wo,  wie  leicht  zu  erwarten  war,
die  Aegyptische  Partie  unterlag,  und  der  Bischof  Dioskurus
von  Alexandrien  abgesetzt  wurde.  Um  jetzt  die  Lehre  von
Vereinigung  der  beiden  Naturen  in  Christo  recht  genau  zu
bestimmen,  wurde  ein  eigenes  Glaubensnormatif  aufgesetzt,
und  der  Roͤmische  Bischof  erlebte  die  Frende,  daß  sein  dogmatisches
  Schreiben  an  den  Bischof  Flavian  von  Constantinopel
  als  Norm  der  Orthodorie  angesehen  würde.

S.  37.

Nun  war  freilich  bei  Verlust  der  bürgerlichen  Ruhe  befohlen,
  daß  man  künftighin  sagen  sollte,  in  Christus  seyen
zwei  Naturen  unvermischt  und  doch  unzertrennlich  so  mit
einander  vereinigt.  daß  nur  eine  Person  da  sey.  So  war
besohlen,  aber  man  konnte  eher  alles  durch  Befehle  ausrichten,
  als  dic  damaligen  Theologen  von  einer  einmal  gefaßten
Idee  abbringen,  oder  das  Volk  zum  Gehorsam  leiten,  das
durch  seine  Bischdfe  in  Angst  gesetzt  worden  war,  es  gelte
hier  einer  Hauptsache  der  Christ  lichen  Religion,  ob  man  zwei
Naturen  oder  eine  Natur  in  Christo  annehme.  Offenbar  war