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bei  der  ganzen  Sache  viel  Wortstreit.  Wer  von  einer  Natur
  sprach,  dachte  unter  dem  Wort  Natur  etwas  ganz  anderes,
  als  wer  von  zwei  Naturen  redete,  und  die  gewöhnlichen
Fehler  solcher  Streitigkeiten,  welche  in  einen  metaphysischen
Sprachgebrauch  hineingehen,  wurden  selbst  durch  den  Fortgang
  des  Streits  mehr  verdoppelt  als  gemildert.  Ueberdieß
war  eine  große  Partie,  welche  vielleicht  bei  der  Glaubensentscheidung
  gleichgültig  geblieben  wäre,  durch  die  Absetzung  des
Alerandrinischen  Bischofs  empfindlichst  gekränkt,  weil  einmal
eine  sechzigjährige  Observanz  diesem  fast  Pabstansehen  verschafft
hatte,  und  die  Aegyptischen  Bischöfe  fast  mehr  als  in  irgend
einer  andern  Dibcese  an  ihren  Primaten  sich  anschlossen.

Es  war  ein  schröckliches  Schauspiel,  das  gleich  nach  geendigter
  Synode,  sobald  sich  die  Nachricht  ihres  Erfolgs  verbreitete,
  in  Palästina,  Aegypten  und  Syrien  erbffnete.  Nach
Ferusalem  kam  noch  vor  geendigter  Synode  ein  Mönch,
Theodosius  von  Chalcedon,  warf  sich  zum  Anführer  der  tobenden
  Schwärmer  und  Rebellen  auf,  und  gewann  die  zu
Ferusalem  residirende  verwittwete  Kaiserinn  Eudokia,  welche
fünf  Jahre  lang  diesem  rasenden  Haufen  ihren  Namen  zum
Schutz  lieh.

In  Aegypten  war  der  Sturm  noch  heftiger.  Proterius,
  Nachfolger  des  Dioskurus,  wurde  todtgeschlagen,  sein
Leichnam  zerstückt,  wie  Hunde  trugen  sie  seine  Eingeweide
  im  Munde  herum,  was  übrig  war,  wurde  verbrannt,
die  Asche  in  die  Luft  gestreut.  Timotheus  Aelurus
drang  sich  eine  Zeit  lang  zum  Patriarchen  ein.

In  Syrien  war  zwar  bei  weitem  der  groͤßte  Theil  der
Bischoͤfe  Chalcedonischgesiunt,  aber  die  Mönche  verbreiteten
doch  auch  hier  die  Flamme  des  Aufruhrs.  Vorzüglich  kam
einer  von  Constantinopel  Peter  der  Gärber,  der  selbst  im