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kurzes  Edict  (Henoticon)  und  schickte  es  nach  Alerandrien,
um  vorerst  nur  am  Hauptorte  des  Streits-  Friede  zu  stiften.

Wo  ist  es  aber  je  einem  thedlosischen  Friedensstifter  gut
gegangen,  vollends  wenn  er  ein  Laie  war?  Weder  die  eifrigen
  Monophysiten  noch  die  eifrigen  Dithodoren  waren  mit
dem  Edicte  des  Kaisers  zufrieden,  und  die  kleine  Paritie,  welche
  der  Mäßigung  des  Kaisers  beipflichtete,  verlor  s  ch  gar
bald,  besonders  da  die  Principien  des  kaiserlichen  Hofes  den
strengeren  Orthodoxen  oder  den  Vertheidigern  der  Chalcedonischen
  Synode  gleich  wieder!  günstig  wurden.  Noch  dauerte
also  zu  Anfang  des  sechsten  Jahrhunderts  diejenige  Trennung
  bestaͤndig  fort,  welche  durch  die-Chalcedonische  Synode
veranlaßt  worden  war.  Eine  Partie  vertheidigte  die  Ehalcedonische
  Glaubensregel  mit  einem  Eifer,  womit  sie  selbst  die
Bibel  nicht  in  Schutz  nahmen:  die  andere  Partie  iprach  von
nichts  als  von  einer  Natur.  Ehe  man  sichs  veisah,  wurde
der  orthodoxkatholischen  Partie  ein  Zwischenspiel  gemachr,  das.
sie  in  größere  Zerrüttung  setzte,  als  alles  was  bisher  die
Monophyfiten  unternommen  hatten-.

  38.
Dreicapitelstreit:  nebst  andern  Controverspuncten  der  kafferlichen
Theologie  Justinians.

Kaiser  Justinian  I.,  dessen  Eitelkeiti  in  jeber  Regentenbeschäftigung
  Nahrung  fand,  war!  chea-  so  eifriger  Freund  der
Orthodorie  als  ehrgeiziger  Friedensstifter  bei  allen  büterodorey
Partien,  eben  so  verfolgender  Vertheidiger  der  Niässchchaledonischen
  Schlässe  ais  bereitwilliger,  Stfür  eines  alttneinen
Kirchenfriedens.  Ein  solcher:  ftalhgeichrier  Theolos,  wie  ba
Kaiser  nothweldig  seyn  mußte,  war  eben  daher  Von  beiden
Partien  zu  lenken,  und  aus  Liebe  zum  Kirchenftieden  wurbe  er