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der  Orthodoxie  schaͤdlich,  aus  Eifer  fuͤr  Orthodoxie  dem  Kirchenfrieden
  nachtheilig.

Einen  seiner  Feinde  am  Hofe  zu  kraͤnken,  verleitete  der
Bischof  von  Constantinopel  den  Kaiser,  durch  ein  feierliches

545  Edict  die  Meinungen  und  Anhaͤnger  des  Origenes  zu  verdammen.
  Theodor  von  Caͤsarea,  so  hieß  der  Guͤnstling  des
Kaisers,  welchem  man  mit  diesem  Streich  wehe  thun  wollte,
war  eifrigster  Bewunderer  des  gelehrten  Alerandriners;  —
und  was  ließ  sich  auch  niederträchtigeres  denken,  als  einen
um  die  Christliche  Kirche  so  verdienten  Lehrer  dreihundert
Jahre  nach  seinem  Tode  verfluchen  zu  lassen,  ohne  daß  man
gerade  durch  eine  äußere  Nothwendigkeit  wegen  irgend  einer
schädlichen  Secte  desselben  dazu  gezwungen  gewesen  wäre.

;  Der  beleidigte  Günstling  rächte  sich  grausam  an  seinem
Gegentheil.:  Er  beredete  den  Kaiser,  es  habe  nur  einen  klei
nen  Anstand,  warum  sich  die  Monophysiten  nicht  entschließen
kbnnten,  die  Schlösse  der  Chalcedonischen  Synode  anzunehmen.
  Man  habe  den  Wahn  gefaßt,  daß  auf  der  Chalcedonischen
  Synode  gewisse  Schriften  des  Theodor  von  Mopsbest,
des  Theodoret  und  des  Ibas  von  Edessa  als  rechtglaubig  anerkannt
  worden  seyen,  in  welchen  sich  doch  unverkennbare
Spuren  fänden,  daß.  sie  es  mit  Nestorius  gehalten  hätten,  und
eine  feierliche  Erklärung  gegen  gewisse  Schriften  dieser  drei
Männer  würde  die  Monophysitenpartie  aussöhnen,  auch  mit
einem  Mal  einen  Frieden.  herstellen,  der  dreien  der  schönsten
Provinzen  des  Reichs  die  vollkommenste  Ruhe  verschaffen
könute.  *

Jnstinian  voll  Freude  das  Werk  einer  so  wichtigen  Relgionsvereinigung,
  welche  allen  seinen  Vorfahren  unmoͤglich
gewesen,  endlich  so  leicht  ausführen  zu  können,  ließ  unverweilt
  ein  Ediet  ergehen,  worin  die  benannten  Schriften  dieser