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heit  noch  befohlen  haͤtte,  wenn  er  nicht  gleich  das  folgende
565  Jahr  gestorben  waͤre.
ð.  30.
Partien  der  Monophysiten.  Entstehung  einer  eigenen  Kirche
derselben.

Waͤhrend  daß  die  Chalcedoniten  von  einer  Truͤbsal  in  die
andere  getrieben  wurden,  so  theilten  sich  die  Monophysiten  in
eine  Menge  kleiner  Partien,  welche  oft  die  Spitzfindigkeiten  in
Fragen  und  in  geschraubten  Antworten  bis  aufs  aͤußerste  trieben.
  Man  war  z.  B.  einigermaßen  mit  einander  uͤbereingekommen,
  daß  der  Mensch  Jesus,  ungeachtet  seiner  Vereinigung
mit  dem  Logos,  doch  alle  menschliche  Schwachheiten  gehabt  habe,
  deren  Ursache  nicht  gerade  in  der  Suͤnde  liege,  daß  er  gehungert,
  geduͤrstet,  aus  Mattigkeit  geschlafen  habe.  Wenn  es  so
ist,  schlossen  einige  weiter,  so  muß  er  auch  wie  andere  Menschen
  manches  nicht  gewußt  haben,  denn  Eingeschränktheit  der
Kenntnisse  gehbrt  eben  so  gut  zu  den  unfündlichen  menschlichen

"  Schwachheiten  als  Nothwendigkeit  des  Schlafs,  des  Essens
und  Trinkens  (Agnveten).  Auch  über  dieser  Frage  theilten  sie
sich  zu  Alerandrien  und  Constantinopel  in  große  Partien,  und
ein  Grammatiker  der  erstern  Stadt,  Johann  Philoponus,  brachte
die  Verwirrung  vollends  aufs  höchste.  Er  glaubte  solche  Begriffe
  für  die  Lehre  der  Dreieinigkeit  gefunden  zu  haben,  daß
die  Monophysiten  mit  Hülfe  derselben  alle  Einwürfe  der  Orthodoren
  beantworten  könnten.  Er  war  ganz  in  Aristotelische
Terminologien  versunken,  hatte  von  allen  den  Worten  (Natur,
Wesen,  Person),  deren  Bedeutung  bisher  so  oft  das  Kriegszeichen
  gewesen  war,  gar  keine  deutlichhistorischen  Begriffe;  er
sprach,  wie  wenn  er  drei  Götter  annehme,  und  wollte  noch  durchaus
  kein  Tritheit  seyn.  Selbst  unter  seiner  eigenen  Partie  fand
er  zwar  nicht  viel  Beifall,  doch  war  es  immer  wieder  eine  neu-