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eutstandene  Frage,  die  hier  um  so  gefährlicher  war,  da  sie  sich
in  eine  seit  langer  Zeit  ruhig  gelassene  Lehre  hineinzog.

Die  Monophysiten  waren  durch  den  philosophischen  und
theologischen]  Partiegeist,  der  sie  so  mannichfaltig  entzweite,
der  unglücklichen  Epoche  schon  sehr  nahe  gekommen,  daß  sie
sich  verloren  hätten,  wie  sich  ein  in  hundert  Arme  zertheilter
  Strom  im  Sande  verliert.  Es.  war  kein  Gefühl  eines
gemeinschaftlichen  Interesse  mehr  da.  Der  Haß  zwischen  den
verschiedenen  monophysitischen  Secten  war  fast  eben  so  groß  als
die  Feindschaft  zwischen  den  Monophysiten  und  Chalcedoniten,
und  dieser  innerliche  Krieg  war  gerade  zu  Alerandrien,  dem
Hangptsitz  der  ganzen  Partie,  am  hefugsten!  6

Justinian  benutzte  diesen  Vortheil,  und  suchte  durch  Verfolgungen
  zu  Stande  zu  bringen,  was  er  durch  Liebe  nicht
hatte  erhalten  können.  Bisher  war  Alerandrien  noch  immer
Zufluchtsort  der  Monophysiten  gewesen.  Auch  dort  fieng  nun
Justinian  an,  sie  heimzusuchen.  Sie  verloren  durch  die  Verfolgungen
  den  größten  Theil  ihrer  Bischöfe,  und  das  Mittel
der  Flucht  in  einen  benachbarten  Staat,  wodurch  sich  die  so
genannten  Nestorianer  gerettet  hatten,  war  für  sie  gänzlich  unbrauchbar.
  Wohin  flichen,  da  eben  diese  Chaldäischen  Christen,
  ihre  erklärtesten  Gegner,  jenseits  des  Euphrats  die  herrschende
  Kirche  waren?

In  dieser  unglücklichen  Periode  that  ein  Mönch,  Jakob
Baradäus,  den  Monoyhysiten  eben  denselben  Dienst,  welchen
  Barsumas  den  Chaldagischen  Christen  geleistet  hatte.  Der
Enthustasi  eilte  von  einer  Provinz  des  Orients  in  die  andere,
durchzog  Aegypten,  Syrien,  Mesopotamien,  Armenien,  ordinirte
  seiner  Partie  eine  große  Menge  Bischöfe,  und  stiftete.
für  dieselbe  endlich  auch  ein  eigenes  Patriarchat  zu  Antiochien.,
Jetzt  war  die  Trennung  der  Monophysiten  von  der  herrschen-'

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