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setzten  sich  vorzüglich  in  Palaͤstina,  und  die  Moͤnche,  unter
welchen  Haß  und  Liebe  zu  dem  Origenes  vorzüglich  herrschend
  waren,  lieferten  einander  ordentliche  Schlachten.  Das
Edict  Justinians,  worinnen  er  die  Origenisten  perurtheilte,
machte  zwar  den  Streitigkeiren  noch  nicht  voͤlliges  Ende,
aber  schwaͤchte  doch  den  kriegerischen  Eifer  der  Origenischen

Partie.
.  45.

Veränderungen  der  Theologie,  welche  nicht  aus  Controverssen
entstanden.

So  stritt  man  über  den  Werth  einzelner  Lehrsätze  und
Meinungen,  und  alles  hieng  von  der  Richtung  ab,  welche
die  Speculationen  und  der  Eifer  der  Menschen  durch  äußere
Veranlassungen  bekamen.  Indeß  man  aber  hier  mit  der
angestrengtesten  Aufmerksamkeit  auf  jede  kleine  Abweichung
von  orthodor  herkommlichen  Ausdrücken  acht  hatte,  so  schlichen
  sich  in  die  wichtigsten  Theile  der  praktischen  Religion,
die  gefährlichsten  Irrthümer  ein,  und  erhielten  nach  und  nach
ein  gewisses  Gewohnheitsrecht,  das  viel  gefährlicher  und  unverletzlicher
  war,  als  alles  was  auf  Sypnoden  ausgemacht
wurde.

Die  Verehrung  der  Märtyrer,  das  Possenspiel  mit  den
Reliquien,  ein  gewisser  frommer  Ceremonienschnitt  des  äußern
  Gottesdiensts  wurden  immer  höher  getrieben.  Nicht  nur
Verdienstlichkeit  guter  Werke  überhaupt,  sondern  meist  gerade
solcher,  welche  den  mönchischen  Gesinnungen  dieses  Zeitalters
recht  angemessen  waren,  galt  beinah  als  entschiedener  Glaubensartikel.
  Fasten  und  chelos  leben,  war  ein  vorzüglicher  Grad
der  Heiligkeit,  und  zu  seinem  großen  Verdruß  mußte  besonders
der  Klerus  diese  Gesetze  der  Frömmigkeit  sich  einschärfen  lassen.

Hie  und  da  standen  wohl  ein  Paar  Mißvergnügte  auf,