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welche  überhaupt  gegen  alle  diese  Begriffe  mönchischer  Froͤmmigkeit
  als  gegen  Aberglauben  eiterten:  doch  ihr,  Widerspruch
machte  kaum  einiges  Aufsehen.  Das  ganzge  Zeitalter  hatte
sich  einmal  entschieden,  und  die  einmal  zu  Ariomen  des  gesunden
  Menschenverstandes  erhobene  Schwärmereien  hatten
in  alle  Theile  der  damaligen  Sitten  und  Verfassungen  einen
so  großen  Einfluß,  daß  der  Widerspruch  nur  etlicher  Männer
keine  Revolution  bewirken  konnte.

Fovinian,  ein  Italiänischer  Mönch  ungefähr  zu  Ende
des  vierten  Jahrhunderts,  behauptete,  es  liege  in  Nückst  cht
auf  ewige  Seligkeit  gar  nichts  daran,  ob  man  verheurathet,
oder  ledig  sey,  überhaupt  hange  der  Grad  unserer  Sesigkeir
von  der  Verdienstlichkeit  guter  Werke  gar  nicht  ab.  Gie  hielten
  nicht  nur  eine  Synode  gegen  den  armen  Mbnch  -nnd-Hieronymus
  that  ihm  vollends  noch  im  Grab  alle  die  Schmach

an,  welche  ein  Ketzer  erwarten  mußte.

In  Syrien  sammelte  sich  ein  frommer  Mann,  Nemans.
Audius,  einen  eigenen  Haufen.  Er  hatte  sich  gegen  das
gottlose  Leben  der  Bischèfe  fast  zu  Tode  geeisert,  und  weil.
man  ihm  seinen  Eifer  mit  der  härtesten  Begegnung  lohnte,
so  trennte  er  sich  endlich  ganz  von  der  Kirche,  gieng  unter
die  Gothen,  und  pflanzte  dort  für  seine  Separatisten  eine
eigene  Gemeinde.

Der  aufgeklärteste  unter  allen  diesen  Mißvergnügten.
scheint  ein  Spanischer  Aeltester  Vigilantius  gewesen  zu
seyn.  Auf  seinen  Reisen  nach  Palästina  und  Aegppten  hatte
er  das  Chriltenthum  seines  Zeitalters  auch  in  diesen  Ländern
kennen  gelernt,  schrieb  bei  seiner  Rückkunft  gegen  den  Aberglauben
  seiner  Zeiten,  lachte  über  die,  den  Märtprern  bewiesene,
  Verehrung,  über  die  Wunder  und  über  das  Brennen

der  Wachslichter  bei  den  Gräbern  derselben,  öber  das  ewige
Spittler's  ssmmtl.  Werke.  II.  Vd.  9