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Wallfahrten,  Fasten  und  Ehelosleben.  Hieronymus  wußte
ihn  zum  Stillschweigen  zu  bringen,  denn  er  mißhandelte  ihn
wie  den  Rufin  und  Jovinian.

.  46.

Veränderungen  der  Lehre  von  der  Taufe  und  vom  Abendmahl.

Bei  so  sehr  verschlimmerten  Begriffen  der  Menschen
mußte  sich  nothwendig  auch  das  ganze  Aeußere  des  Gottesdiensts
  ändern,  und  nirgends  war  dieser  Einfluß  sichtbarer
als  bei  den  zwei  feierlichsten  Religionshandlungen,  der  Taufe
und  dem  Abendmahl.  Man  war  in  der  vorigen  Periode  gar
nicht  voreilig  mit  dem  Taufen  gewesen.  Kindertaufe  vorzüglich
  so  wie  wir  sie  gegenwärtig  haben,  war  gewiß  nicht  allgemeine
  Christensitte.  Auch  bei  Alten  hatte  man  sich  gar
nicht  mit  der  Taufe  beeilt,  man  glaubte  sogar  Vortheil  davon
  zu  haben,  wenn  sie  fast  bis  auf  den  Augenblik  des  Todes
  verschoben  wurde.  Mit  dem  Fortgang  der  gegenwärtigen-
  Periode  aber  wurde  das  alles,  besonders  im  Occident,
ganz  anders.  Sobald  sich  Chlodoväus  entschlossen  ein  Christ
zu  werden,  so  mußte  er  sich  sogleich  ohne  langfortdaurenden
vorhergehenden  Unte#richt  taufen  lassen.  Es  war,  als  ob
man  diese  öffentliche  feierliche  Handlung  als  Mittel  brauchen
wollte,  ihn  bei  dem  Christenthum  desto  fester  zu  halten.  Ein
großer  Theil  der  neubekehrten  Occidentalischen  Christen  genoß
vor  der  Taufe  fast  gar  keinen  Unterricht,  man  schien  zu
glauben,  daß  es  mit  dem  Christ  werden  keine  Noth  haben
könne,  wenn  nur  erst  die  Taufe  geschehen  sey.  Wegen  der
Taufgebräuche  selbst,  und  besonders  der  Taufformel  läßt  sich
zwar  wegen  Verschiedenheit  der  Länder  und  wegen  der  schnellen

Abwechslung  solcher  Gebräuche  gar  nichts  allgemeines  sagen,
aber  die  rührende  Einfalt  der  vorigen  Zeiten,  war  überall  auch