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ben,  daß  man  nicht  weiß,  wo  und  wenn  man  den  Anfang
wahrer  Christlicher  Religion  in  Teutschland  festsetzen  solle.
Nachdem  nehmlich  England,  Schottland  und  Irrland
noch  in  der  vorigen  Periode  durch  Weiber  und  Missio—
narien  gewonnen  worden  waren,  so  giengen  aus  diesen  Königreichen
  von  Zeit  zu  Zeit  neue  Missionarien  zu  uns  Teutchen
  herüber;  es  war,  als  ob  wir  durch  alle  Jahrhunderte
shindurch  Engländern  unsere  Bildung  zu  verdanken  haben  sollten.
  Gleich  in  den  ersten  Jahren  des  siebten  Jahrhunderts
predigte  der  Frrländer  Columban  nebst  seinen  Gefährten,  den
Schwaben,  Baiern  und  Franken.  Den  Schwaben  predigte
der  Gefährte  Comlumbans,  Gallus.  Die  Ostfranken  bekehrte
Kilian,  und  ein  noch  viel  thätigerer  Mann,  als  diese,  war
der  Engländer  Willebrod,  der  sich  um  die  Bekehrung  der
Friesen  verdient  gemacht  hat.  Er  ließ  zwar  seiner  Predigt
durch  Pipins  Waffen  den  Weg  bahnen,  und  vielleicht  war
es  auch  unter  einem  so  unpolicirten  Volk  nicht  anders  möglich,
aber  der  unerschrockene  Muth  ist  doch  gewiß  zu  schätzen,  womit
sich  er,  wie  andere  dieser  Männer  den  sichtbarsten  Gefahren  so
viele  Jahre  hindurch  unterwarf.  Heilige  waren  sie  zwar  nicht,
und  auch  nicht,  nur  nach  dem  Maaß  ihrer  Zeit,  aufgeklärte
Theologen:  aber  ein  solcher  Enthusjasmus  komm  selten  doch  in
eine  gemeine  Seele,  und  hält  gewiß  nicht  in  einer  gemeinen
Seele  gegen  den  Sturm  so  vieler  Jahre  aus.  Doch  alle  seine
Vorgänger  verdunkelte  der  Engländer  Winfriod  (Bonifacius),  der
unserer  Teutschen  Kirche  ihre  erste  fortdaurende  Verfassung  gab.
Es  hätte  ihm  in  seinem  Vaterlande  an  ansehnlichen  Stellen
  nicht  gefehlt,  aber  er  hatte  keine  Ruhe  zu  Hause.  Er
brannte  für  Begierde,  dem  Christenthum  als  Missionarius
unter  den  Ungläubigen  zu  nützen.  Da  nun  England  vorzüglich
  vor  allen  übrigen  Europäischen  Reichen  schon  laͤngst