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schwur  dem  Rmischen  Bischof  einen  Eid,  der  nicht  viel  von
dem  verschieden  war,  welchen  ein  Bischof  aus  dem  Römischen
  Sprengel  schwören  mußte;  und  fast  hätte  schon  er
diesen  Eid  wenigsiens  bei  den  großen  Bischbfen  allgemein  gemacht.
  Nichts  großes  und  nichts  kleines  gieng  vor,  worüber
  er  sich  nicht  von  Rom  aus  Anweisung  oder  Bestätigung
  erbat.  Rom  lernte  also  schon  durch  ihn,  sich  in  alle
Kirchenangelegenheiten  mischen.  Aber  war  nicht  Bonifacius
fast  gendthigt  so  zu  handeln?  Wie  konnte  er  offen,  ohne  beständige
  Verbindung  mit  dem  Römischen  Bischof,  seine  Bitten
  bei  dem  Fränkischen  Hof  recht  gültig  zu  machen?  Wie
sollte  er,  ein  einzelner  fremder  Priester,  gegen  den  Haß  mancher
  Fränkischen  Bischöfe  und  gegen  die  Gewaltthätigkeit  der
Fränkischen  Großen  sich  schützen?  Was  gab  seiner  neugepflanzten
  Kirche  eine  zuverlässigere  Hoffnung  der  Fortdauer,
als  wenn  sie  Kirche  des  Römischen  Bischofs  war?  Voraussehen
  konnt'  er  wohl  nicht,  wohin  endlich  ein  solches  Verfahren
  führen  mußte.  Er  handelte  ganz  nach  der  Fähigkeit  und
den  Begriffen  seines  unerfahrnen  Zeitalters.  Sein  eigener
Charakter  war  ein  Gemische  von  Frömmigkeit  und  Ehrgeiz,
wie  man  es  oft  bei  den  größten  Männern  antrifft.  Der
thätige  Mann  wird  sehr  leicht  zum  gewaltthätigen  und  herrschsüchtigen,
  und  es  erfodert  viel  Kräfte  über  sich  selbst,  bei
Ausführung  einer  Absicht,  von  deren  Vortrefflichkeit  man  ganz
überzeugt  ist,  die  strengste  Auswahl  der  Mittel  zu  beobachten.

Corbinian,  der  Stifter  des  Bisthums  Freisingen,  und
Mirminius,  der  außer  manchen  andern  Klöstern  noch  die  berühmte
  Abtei  Reichenau  errichtete,  sind  nur  im  Kleinen  was
Bonifacius  im  Großen  war.  Alle  diese  Bekehrungen  waren
immer  noch  erträglich,  wenn  nur  noch  ein  Apostel  dabei  war,
aber  Karl  der  Große  verfuhr  mit  den  Sachsen  soldatisch.