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5.  3.

Es  war,  wie  es  scheint,  bei  Karln  dem  Großen  nicht
so  ganz  bloß  Liebe  zur  Ausbreitung  der  Christlichen  Religion,
welche  ihn  so  hartnäckig  machte,  den  Sachsen  ihren  Aberglauben
  zu  entreissen,  als  vielmehr  Ueberzeugung,  daß  kein
anderes  Mittel  seyn  werde,  dieses  kriegerische  Volk  vdllig  zu
unterjochen.  Liebe  zu  den  Waffen  und  Liehe  zur  Freibeit
war  ganz  in  den  Geist  der  Altsächsischen,  Religion  verwebt,
und  dieses  Volk  konnte  nicht  anders.  zum  Genusse  des  Friedens
  gewöhnt  werden,  als  durch  gänzliche  Umbildung  seines
Nationalcharakters  und  seiner  ganzen  häuslichen  Verfassung.
Marienbilder  und  Krucifire  gegen  ihre  Götter  einzutauschen,
schien  zwar  nicht  beschwerlich,  aber  Zehenten  an  die  Bischoͤfe
geben?  Ganze  Diät  und  Sitten  ändern?  Karl  hielt  entweder
  diese  Klagen  der  Sachsen  für  wirkliche  Abneigung  gegen
  die  Ehristliche  Religion,  oder  glaubte  Ungerechtigkeiten
begünstigen  zu  müssen,  welche  ihm  dadurch  nutzlich  wurden,
daß  sie  ein  Volk  demäthigten,  von  dessen  Freiheiksliebe  beständige
  Empbrungen  zu  befürchten  waren.

Volle  dreißig  Jahre  war  fast  ein  beständiger  Krieg  Karls
gegen  diese  immer  aufs  neue  sich  empbrende  Nation.  Auf
die  verweigerte  Annahme  der  Taufe  wurde  Todesstrafe  gesetzt.
  Karl  ließ  einmal  fünfthalbtausend  Sachsen  im  Grimm
niederhauen;  er  ließ  sie  wie  eine  Heerde  Vich  in  den  Fluß
hineintreiben  und  mit  Wasser  besprengen.  Noch  hätte  selbst
die  dußerste  Grausamkeit  die  Rebellen  nicht  zum  Gehorsam
gebracht,  wenn  nicht  die  Macht  der  Nation  durch  Verpflanzungen
  geschwächt  worden  wäre,  und  die  neuerrichteten  Bisthümer
  dem  Kaiser  eben  die  Dienste  gethan  hätten  als  ein  Paar
neuerrichtete  Statthalterschaften.

Karls  Betragen  gegen  die  Sachsen  ist  das  erste  Bei-Spittler's
  sämmtl.  Werke.  U.  Bl.  10