152

besonders  wegen  der  Klosterschulen,  der  Universitaͤten  des
demaligen  geitalters,  ein  ganz  unersetzlicher  Schade.

Eine  gluͤckliche  Epoche,  da'  endlich  diese  Seeräuber  anfiengen
  hie  und  da  sich  nieder  zu  lassen,  und  nach  und  nach
an  ordentliche  Staatsverfassungen  gewöhnt,  der  Aufklaͤrung,
das  hieß  damals  im  Occident,  dem  Christenthum  endlich
Raum  gaben.  Das  Mittel,  das  schon  so  oft  zur  Ausbreitung
  der  Christlichen  Religion  geholfen  hatte,  konnte  nun
auch  hier  zur  Bekehrung  der  Normaͤnner  mehr  beitragen  als

912  alle  Missionarien  und  Apostel.  Karl  der  einfaͤltige  gab  seine
Prinzessinn  Gisela  einem  der  ersten  Normaͤnnischen  Anfuͤhrer
Rollo,  er  trat  ihm  die  seither  so  genannte  Provinz  Normandie
  und  Bretagne  ab:  in  der  Taufe  erhielt  Rollo  den  Namen
  Robert.  Auch  in  andern  Orten  des  Fränkischen  Reichs,
wo  sich  die  Normänner  niederließen,  wurden  sie  durch  allerhand
häusliche  und  politische  Verbindungen  nach  und  nach  zum
Christenthum  gezogen.  Sie  hatten  vorhin  eigentlich  gar  keine
Religion  gehabt,  für  sie  war  also  der  Uebertritt  zum  Christenthum
  am  leichtesten,  und  er  wurde  für  sie  dadurch  noch  leichter,
  daß  man,  auf  Anrathen  des  Romischen  Bischofs,  nicht
einmal  die  äußeren  Gebräuche  des  Chrisienthums  mit  aller
Strenge  von  ihnen  foderte.

.  7.
Otteus  Verdienste  um  die  Bekehrung  der  Slavischen  Völker  in
Teutschland.

Seit  Bonifacius  und  Karls  des  Großen  Bemöhungen
war  aber  doch  immer  noch  das  von  Slavischen  Vöôlkern  bewohnte
  nördliche  Teutschland  unbekehrt  geblichen.  Schon
Karls  des  Großen  Beispiel  war  für  den  nacheifernden  Otten
1.  Beruf  genug,  sich  um  Ausbreitung  der  Ehristlichen  Religion
  an  der  Elbe  verdient  zu  machen;  ein  Glück,  daß  er  sich