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Heurathsgeschichte,  ein  trocknes  Verzeichniß  neuer  Völker  und
eine  meistens  kaum  halb  gewisse  Darstellung  des  Charakters
der  Maͤnner,  welche  Apostel  dieser  Voͤlker  waren.  In  An—
sehung  der  Abendlaͤndischen  Reiche  bleibt  dabei  immer  noch
das  merkwuͤrdigste,  welche  Gemeinen  Abkoͤmmlinge  der  Grie—
chischen  oder  Lateinischen  Kirche  seyen.  In  den  erstern  kostete
es  den  Roͤmischen  Bischof  viel  groͤßere  Muͤhe,  paͤbstliches
Ansehen  zu  erhalten  und  seine  Verfuͤgungen  geltend  zu  ma—
chen;  denn  hier  hat  es  nicht  gleich  der  erste  Missionarius  als
Hauptartikel  des  Christlichen  Glaubens  vorgetragen,  daß
man  einem  fremden  Italiaͤnischen  Bischof  gehorsam  seyn  muͤsse.
Die  Filialkirche  behielt  oft  noch  lange  manche  Gebraͤuche  und
Meinungen  der  Mutterkirche,  und  schon  in  der  gegenwaͤrtigen
Periode  waren  Gebraͤuche  und  Meinungen  der  Griechen  sehr
verschieden  von  denen  der  Lateinischen  Kirche.

Die  ganze  Scene  der  Christlichen  Kirchengeschichte  hat
sich  jetzt  also  gedreht.  Die  Charte  von  Kleinasien,  Syrien
und  Aegypten  wird  nun  gleichsam  hinweggelegt,  sie  nützt  uns
wenig  mehr,  Europa  wird  Hauptschauplatz,  Teutschland  der
Mittelpunct  der  wichtigsten  Veränderungen,  Ein  Bischof,
von  dem  wir  zwar  auch  schon  in  der  vorigen  Periode  manches
  gehört  haben,  der  sich  aber  immer  doch  nur  als  mitspielende
  Person  zeigte,  isi  jetzt  Held  des  Stücks;  auf  ihn  reduciren
  sich  passiv  oder  actib  die  wichtigsten  Hauptrevolutionen,
  und  eben  diese  Revolutionen  sind  so  ganz  anderer  Art
als  die  der  vorigen  Periode,  verrathen  so  ganz  andere  Wünsche
  und  Neigungen  der  Menschen,  werden  durch  so  völlig
unähnliche  Mittel  betrieben,  daß  man  sich  unter  einen  ganz
andern  Himmel  versetzt  empfinden  muß,  wenn  man  sich  auch
nicht  sogleich  erinnern  würde,  daß  der  ganze  Schauplatz  gewechselt
  habe.