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tione  peccatorum  ein  immer  größerer  Schatz  in,  die  Kasse
der  Kloͤster:  was  auf  den  Altar  gebracht  wurde,  gehoͤrte  dem
Kloster,  und  dieses  gab  seinem  Priester,  der  alles  durch  Messelesen
  verdienen  mußte,  einen  nur  willkuͤhrlich  mittelmaͤßigen
Gehalt.

Wenn  man  erst  einmal  auf  der  zweiten  Stufe  von  Unabhaͤngigkeit
  ist,  so  bleibt  man  selten  auf  derselben,  ohne  die
dritte  hoͤchste  zu  besteigen!  Die  Kloͤster  machten  sich  also
endlich  ganz  frei  von  aller  Aufsicht  des  Bischofs,  warfen  sich
in  den  Schutz  des  Pabsts,  bezahlten  diesem  ein  jaͤhrliches
Schutzgeld;  und  wurden  dafuͤr  ganz  als  Kloͤster  Roͤmischen
Sprengels  angesehen.

Diese  dem  ersten  Schein  nach  nur  wenig  bedeutende
Sache,  hatte  die  ausgebreitetsten  wichtigsten  Folgen.  In  den
Kloͤstern  zerfiel  alle  Zucht,  weil  kein  Aufseher  in  der  Naͤhe
war,  der  sie  haͤtte  strafen  koͤnnen.  In  dem  Roͤmischen  Bischof
  wurde  der  stolze  Gedanke  geweckt,  den  ganzen  Occident
  sich  als  seinen  Sprengel  zu  denken,  und  die  Mönche
erlaubten  sich  die  verwegensten  Eingriffe  in  die  Rechte  der
Bischbfe,  weil  sie  des  Sieges  versichert  waren,  wenn  die
Sache  zu  Rom  zur  Klage  kam.  So  bildete  sich  die  erste
Anlage  zu  demjenigen,  was  das  Pabstthum  im  zwölften  oder
dreizehnten  Jahrhundert  so  fürchterlich  machte,  und  die  Römische
  Hierarchie  wurde  ein  Staat,  dessen  Mitglieder  durchalle
  Europaische  Königreiche  zerstreut  waren,  und  bei  dem
genauesten  Zusammenhang  mit  ihrem  Oberhaupt  die  tüchtigsien
  Werkzeuge  wurden,  die  Absichten  desselben  auszuführen.
Manche  dieser  Wirkungen  zeigten  sich  gar  balb;  denn  schon
Karl  der  Große  und  noch  mehr  Ludwig  der  Milde  mußten  es
sich  zum  eigenen  Geschäfte  machen,  die  verfallene  Klosterzucht
wieder  herzustellen.  Zwar  fast  noch  mehr  Mühe  brauchte  es

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