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bei  dem  Klerus  als  bei  den  Moͤnchen,  um  Ehrbarkeit  und
Kenntnisse  zu  erhalten.
Ursprung  der  Canonicorum.

Karl  der  Große  suchte  durch  Beispiele  und  Ermahnungen
die  Schulen  bei  den  großen  Stiftskirchen  in  Gang  zu  bringen;  er
selbst  hatte  an  seinem  Hof  eine  Art  von  Schule  und  Akademie,
in  welcher  mancher  gute  Bischof  gezogen  wurde.  In  dem  letzten
  Viertel  des  achten  Jahrhunderts  aber  gerieth  ein  Bischof
von  Metz,  Chrodegang,  auf  den  Einfall,  den  Klerus  seiner
Kirche  dadurch  vom  Verderben  abzuziehen,  daß  er  denselben
zu  einer  an  gewisse  Regeln  gebundenen  gemeinschaftlichen  Lebensart
  gewöhnte.  Der  Bischof  und  alle,  welche  der  Gottesdienst
  bei  der  Kirche  beschäftigte,  sollten  zusammen  in  einem
Haus  wohnen,  in  gänzlicher  Gemeinschaft  der  Güter  mit  einander
  leben,  an  einem  Tische  wie  Klosterbrüder  mit  einander
essen  und  zu  einem  gewissen  gemeinschaftlichen  Gottesdienst  sich
verpflichten.  Diese  in  einer  Art  von  Claufur  zusammen  lebende
Geistliche  hieß  man  Canonicos.  ·

Welche  herrliche  Wirkungen  versprach  man  sich  nicht  von
dieser  Anstalt!  Wie  schnell  verbreitete  sie  sich  eben  deswegen  durch
alle  Europaͤische  Koͤnigreiche!  Karl  der  Große  und  Ludwig  der
Milde  befahlen  allen  Kirchen  ihres  Reichs,  diese  Anstalt  anzunehmen.
  So  glaubte  man  den  Geistlichen  aus  der  Welt  herauszuziehen,
  und  durch  die  Nothwendigkeit  einer  solchen  aͤußern
Lebensart  immer  mehr  an  seine  Bestimmung  zu  erinnern.
Wenn  der  Bischof  mit  allen  Klericis  seiner  Kirche  an  einem
Tisch  aß,  mit  ihnen  in  volliger  Gemeinschaft  lebte,  so  war
allen  bisherigen  Klagen  wegen  der  Kirchengüter  geholfen.  Der
Bischof  durfte  nicht  mehrere  Bedürfnisse  haben  als  jeder  andere
  Canonicus,  und  dieser  ihre  Bedürfnisse  im  Essen  und