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großer  Geist  wie  sein  Vater,  wurde  sehr  bald  das  Gespoͤtte
seiner  Familie,  und  die  Bischoͤfe  vergaßen  den  Respect  gegen
ihren!  Regenten  noch  schneller  als  die  Söhne  des  Kaisers.  Wie
sollte  auch  noch  Respect  da  gewesen  seyn,  sie  hatten  dem  Kaiser
den  Armensündersrock  angezogen.  Die  Verwaltung  und  Entscheidung
  der  wichtigsten  Staatsangelegenheiten  war  vorzüglich
  in  ihre  Hände  gerathen,  und  unter  ihnen  selbst  regte  sich
Eifersucht.  Der  gemeine  Bischof  wollte  die  Ehre,  bei  Hof  zu
sepyn,  und  bei  Hofe  etwas  zu  gelten,  dem  Erzbischof  nicht  allein
überlassen;  der  Erzbischof,  an  den  Hofton  mehr  gewoöhnt,  mag
gegen  den  Bischof  manchmal  gewaltthätiger  gewesen  seyn  als
sich  geziemt  hätte.  .

Wie  vollends  das  große  Reich  unter  Ludwigs  Soͤhnen  in
mehrere  Theile  zerfiel,  und  die  kleineren  Herren  derselben  in
ewigem  Zwist  und  Krieg  mit  einander  lebten,  so  verbreitete  sich
das  alles  auch  auf  die  Bischoͤfe,  und  der  Suffraganeus  hatte
jetzt  desto  schoͤnere  Gelegenheit,  seinem  Erzbischof  nicht  zu  gehorchen,
  wenn  dieser  nicht  etwa  mit  ihmeinen  Koͤnig  zum  Herrn
hatte.  Wie  bedeutend  war  nicht  der  Rmische  Bischof  bei  den
Händeln  der  Söhne  Ludwigs  mit  ihrem  Vater  geworden;  noch
vornehmer  und  bedeutender  that  er  jetzt,  da  die  Söhne  selbst
unter  einander  in  beständigem  Zwisi  lebten.  Ein  Bischof  der
sich  von  der  Autorität  seines  Metropolitanen  und  der  Provinzialsynode
  loszureissen  suchte,  hatte  also  kaum  einen  andern
Ausweg,  als  sich  in  den  Schutz  des  Rbmischen  Bischofs  zu
werfen.

Diesen  Schritt  zu  erleichtern,  kam  vielleicht  einer  dieser
rebellischen  Suffrageneen  auf  den  Einfall,  eine  ganze  Sammlung
  falscher  Kirchengesetze  zu  verfertigen,  Decretalen  Römischer
  Bischbfe  der  vier  ersten  Jahrhunderte  zu  erdichten,  weil
er  ohnedieß  keine  aus  diesem  Zeitalter  in  seinem  Kirchengesetz-