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tius,  sondern  alle  von  Photius  ordinirte  Bischöfe  und  Priester
  sollten  abgesetzt  werden.

Der  Unverstand  kleiner  Herren,  welche  nach  einigen
glücklichen  Versuchen  auf  einmal  etwas  zu  bedeuten  glauben,
zeigt  sich  nie  deutlicher  als  in  ihren  Forderungen  bei  Erfechtung
  eines  kleinen  Siegs.  Der  Pabst  wäre  mit  aller  Ehre
aus-dem  Spiel  gekommen,  die  entstandene  Trennung  der
Orientalischen  und  Occidentalischen  Kirche  würde  sich  wie
eine  zufällig  erregte  Bitterkeit  zweier  guten  Freunde  verloren
  haben,  wenn  nur  der  Römische  Bischof  nicht  geglaubt
hätte,  es  komme  alles  darauf  an  wie  weit  man  seine  Forderungen
  zu  treiben  wisse.

Wäre  das  Pabstthum  eine  systematischfortgehende  Entwicklung,
  so  sollte  man  nun  am  Ende  des  neunten  und  Anfang
  des  zehnten  Jahrhunderts  die  deutlichsten  Beispiele  haben,
  wie  sich  Könige  und  Bischdfe  ohne  Unterschied  unter
den  Fuß  des  Römischen  Priesters  schmiegen  müßten.  Ein
Paar  kühne  Männer  hatten  einmal  den  Anfang  gemacht,
die  übertriebensten  Forderungen  des  Gehorsams  an  fremde
Kirchen  zu  machen,  Könige  zu  mißhandeln  und  Kronen  wie
Mänzen  auszutheilen.  Aber  alles  hängt  hier  zu  sehr  an
zufälligen  Veranlassungen,  ist  so  viel  mehr  bloß  vorübergehendes
  Phänomen,  als  absichtlich  ausgeführter  Plan,  daß
man  nirgends  weniger  als  in  der  Geschichte  der  Hierarchie
nachfolgende  Situationen  aus  vorhergehenden  errathen  kann.

K.  15.
Geschichte  der  Römischen  Hierarchie  im  zehnten  Jahrhundert.
Gleich  in  der  ersten  Hälfte  des  zehnten  Jahrhunderts
war  die  Gewalt  des  Röômischen  Bischofs  wieder  recht  traurig
herabgesunken.  Italien,  und  am  meisten  Rom,  war  in  der
dußersten  politischen  Verwirrung,  die  Grafen  und  Herzoge,