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lands  Lage  nicht  eben  das  wurde,  was  Frankreichs  Lage
war.  Die  Bischoͤfe  hatten  uͤberall  ganz  aufgehoͤrt,  Theolo—
gen  zu  seyn,  ihre  Vorfahren  hatten  ihnen  den  Genuß  großer
Besitzungen  verschafft,  auf  ihr  Wort  kam  in  Staatsangele—
genheiten  am  meisten  an,  alles  wurde  also  bei  ihnen  Politik
und  zwar  so  rohe  ungebildete  Politik,  wie  sie  in  jenen  Zei—
ten  zu  erwarten  ist.

Die  Benedictinermönche  waren  längst  der  ganzen  Strenge
der  Regel  ihres  Stifters  nicht  mehr  treu  geblieben,  ihr  Reichthum
  hatte  sie  wollüstig,  die  Noth  der  Zeiten  roh  und  barbarisch
  gemacht.  Das  Institut  der  Chorherrn  war  kaun
volle  hundert  Jahre  alt,  und  doch  waren  sie  schon  in  vieler
Stiftern  des  gemeinschaftlichen  Lebens  überdrüssig,  die  älteren
  derselben  zogen  die  Güter  an  sich,  und  die  jüngeren  mußten
  auf  bloße  Hoffnung,  auch  einmal  ältere  Chorherrn  zr
werden,  ganz  allein  die  Dienste  versehen.

In  Burgund  machte  endlich  der  Abt  eines  Benedictiner
klosters  zu  Clugny  einen  Reformationsversuch,  er  bracht
mehrere  Klöster  zur  strengern  Observanz  zurück,  übernahm  di
Oberaufsicht  um  den  Zerfall  derselben  zu  hindern,  und  wa
anfangs  bloße  Wiederherstellung  des  ersien  Benedictinerorden
seyn  sollte,  gab  endlich  die  Veranlassung  zum  Ursprung  eine
besondern  Congregation,  die  ssch  von  den  übrigen  Benediet
nern  absonderte,  und  in  anderthalb  Jahrhunderten  zu  außeror
dentlichem  Reichthum  gelangte.  Dieß  war  gewöhrliche
Schicksal  aller  solcher  neuen  Stiftungen  wodurch  man  di
Mißbräuche  der  alten  verbessern  wollte.  War  der  erste  Ei
fer  der  Stiftung  ein  wenig  erkaltet,  so  suchte  man  Glosse
und  Eregesen  der  Regel  um  sie  den  Wünschen  nach  Reichthun
und  Bequemlichkeit  angemessener  zu  machen.  Die  Bewunde
rung  der  strengen  Lebensart,  welche  in  den  allerersten  Zeiten  de