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  Klima  gewachsen  war,  so  ließ  er  ihm  den  be=  008
rühmten  Gerbert,  seinen  ehemaligen  Lehrer,  folgen.

Alles  schien  sich  nun  endlich  nach  und  nach  zum  bessern
zu  lenken;  Staat  und  Kirche  schienen  wieder  so  mit  einander
  verbunden  zu  werden,  wie  es  für  ihre  beiderseitige  Wohl,
fahrt  nützlich  ist.  Die  Ottonen  übten  gegen  den  Roͤmischen
Bischof  alle  Regentenrechte  aus,  und  behandelten  ihn  ganz
als  den  vornehmsien  ihrer  Unterthanen.  Vor  ihrem  Gericht
mußten  sich  die  Paͤbste  verantworten.  Sie  setzten  Paͤbste  ab
und  ein,  sie  machten  die  wichtigsten  Verordnungen  wegen  der
Pabstwahl  —  waͤre  vollends  Otten  III.  sein  Project  gelungen,
  Rom  zur  kuͤnftigen  Residenz  seines  Reichs  zu  machen,
so  muͤßte  sich  die  Geschichte  der  ganzen  Hierarchie  anders
entwickelt  haben,  und  nie  haͤtte  ein  Gregor  VII.  existiren
können.

Doch  eröffnet  sich  aber  auch  gerade  wieder  selbst  unter
diesen  Ottonen  eine  neue  Periode  der  päbsilichen  Hoheit.
O'to  I.  wie  er  die  Kaiserkrone  zu  holen  nach  Italien  gieng,
fand  seinem  Interesse  sehr  gemäß,  dem  Roͤmischen  Bischof  ansehnliche
  Schenkungen  zu  machen.  Vielleicht  wollte  er  auch
hierin  Karl  der  Große  seyn,  oder  fühlte  er  sich  so  mächtig,
daß  ihm  kein  A-gwohn  aufstieg,  die  päbstliche  Größe  könnte:
endlich  selbst  der  kaiserlichen  Macht  nachtheilig  werden.  Er
machte  den  Roͤmischen  Bischof  zu  einem  solchen  weltlichen
Herrn,  der  auch  an  außerer  Macht  den  ünruhigen  Italiäni--schen
  Grafen  und  Herzogen  gewachsen  seyn  sollte,  denn  unker
  allen  Italiänischen  Großen  schien  doch  wohl  von  diesem,
immer  noch  die  beständizste  Treue  erwartet  werden  zu  können,
  da  seine  Wahl  fasi  einzig  vom  Kaiser  abhieng.  Gerade)
eben  dieselbe  Politik,  nach  welcher  diese  Regenten  in  Teutschland

  handelten.  Der  Teutsche  Bischof  wurde  reich  und  maͤch-Spittler's
  saͤmmtl.  Werke  II.  Bd,  12