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können,  wie  man  sich  bisher  schon  eines  manchen  Pabsis  erwehrt
  hatte;  er  setzte  ihm  einen  Gegenpabst  entgegen.  Aber
in  Teutschland  war  alles  viel  zu  froh,  eine  scheinbare  Ursache
  des  Ungehorsams  entdeckt  zu  haben.  Der  Kaiser  fand
berall  nichts  als  Rebellion;  in  der  Verzweiflung  entschloß
erssich  also  zu  einem  Schritt,  zu  welchem  ihn  sein  trotzigverzagter
  Charakter  hinriß.  Er  gieng  selbst  nach  Italien,  stellte
sich  im  Armenfündershabit  zu  Canossa,  und  so  weidete  Gregor
  sein  Auge  drei  ganze  Tage  lang  an  dem  gedemüthigten
Kaiser.  Die  Folge  dieser  Verwegenheit  des  Pabsts  war,  wie
sie  jeder  Kluge  voraussehen  konnte.  In  FItalien  erwachte
allgemeiner  Haß  gegen  den  Freund  der  Marggräfinn  Mathildis;
  und  in  den  Seelen  mancher  Teutschen  regte  sich  wieder
  edler  Ehrgeiz,  ihren  Kaiser  nicht  zu  verlassen.  Hätte
nicht  Gregor  mit  den  Normännern  eilends  Friede  gemacht,
und  wäre  ihm  nicht  der  Tod  gerade  zur  erwünschtesten  Zeit

1085  gekommen,  so  würde  er  schwerlich  ganz  ungestraft  aus  der
Welt  gekommen  seyn.  "

Bei  dieser  ganzen  Revolution  ist  gewiß  nicht  das  merkwürdigste,
  daß  Heinrich,  verlassen  von  allen  guten  Freunden
und  treuen  Rathgebern,  einen  einfältigen  Streich  that,  den
selbst  der  Pabst  nicht  erwartete,  noch  daß  ein  Pabst,  wie
Gregor,  den  Kaiser,  wenn  er  sich  einmal  als  armer  Sünder.
eingestellt  hatte,  im  Schloßhof  unter  freiem  Himmel  drei
Tage  lang  auf  priesterliche  Gnade  harren  ließ.  Aber  unbegreiflich
  muß  es  scheinen,  wic  der  Pabst  sich  untersiehen  konnte,
gegen  die  Observanz  aller  bisherigen  Zeiten,  als  ob  cs  ihm
erst  inspirirt  worden  wäre,  auf  einmal  zu  behaupten,  daß  kein
Geistlicher  von  einem  Weltlichen  ein  Lehen  empfangen  könne.
Man  sieht  hier,  wie  oft  ein  Mann  mit  dem  Menschenverstand
  seines  ganzen  Zeitalters  spielen  kann.  Noch  war  un-