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Den  Kaiser  auf  eine  so  feierliche  Art  ercommuniciren,  seine
Unterthanen  vom  Eid  der  Treue  freisprechen,  und  das  Verbanntseyn
  auf  alle  diejenige  ausdehnen,  welche  mit  ihm  umgehen,
  war  so  der  ersie  Schritt  seiner  Art,  daß  Gregor  selbst  gegen
manche  seiner  Partie  sich  zu  vertheidigen  Ursache  hatte.  Er  berief
  sich  darauf,  daß  Zacharias  den  König  Childerich  abgesetzt
habe,  er  brauchte  das  Beispiel  des  Eifers  Ambrosti  gegen  den
Kaiser  Theodos.  Weltliche  Sachen  seyen  doch  gewiß  nicht  von
so  hohem  Werth,  und  so  schwer  zu  beurtheilen  als  geisiliche
Sachen,  könne  also  der  Pabst  über  geistliche  Sachen  urtheilen,
warum  nicht  über  weltliche?  Er,  dessen  Würde  ohnedieß  viel
vornehmer  sey  als  die  königliche  !  :  Diese  sey  eine  bloße  Erfindung
  des  menschlichen  Hochmuths,  jene  sey  einzig  um  der
Seele  der  Menschen  willen  da.  Jeder  König,  der  nicht  Christlich
  lebe,  stehe  unter  der  Herrschaft  des  Teufels;  nun  habe  der
geringste  Geistliche  (Erorcist)  über  den  Teufel  Gewalt,  wie
viel  mehr  muß  also  der,  welcher  der  vornehmste  aller  Bischbfe.
ist,  über  den  Sklaven  des  Teufels  Gewalt  haben?  Die  Könige
seyen  meist  gottlos,  die  Päbsie  gleich,  sobald  sie  Päbste  würden,
  heilig,  ob  nun  nicht  die  Heiligen  die  Welt  richten  sollten?
Ist  es  ein  Wunder,  daß  ein  Mann  von  solchen  Grundsätzen
die  halbe  Welt  umsiürzen  wollte?  ein  Mann,  dessen  Lieblingsspruch
  in  der  Bibel  war  (Jerem.  48,  10.):  Verflucht
sey,  der  sein  Schwert  aufhält,  daß  es  nicht  Blut  vergieße.

S  18.
Streitigkeiten  mit  der  Griechischen  Kirche.  Michgel  Cerularius.

Noch  ehe  Hildebrand  den  päbstlichen  Stuhl  bestiegen  hatte,
geschah  auch  die  gänzliche  Trennung  der  Griechischen  und  Lateinischen
  Kirche.  Die  in  der  letzten  Hälfte  des  neunten  Jahrhunderts
  entstandenen  Streitigkeiten  wegen  des  Photius  hatten
  so  viel  wechselsweise  Bitterkeiten  veranlaßt,  und  mehr  durch