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eignes  Stillschweigen,  beider  Partien  als  durch  wahre  Versöhnung
  sich  geendigt,  daß.  jeder  kleine  neuhinzukommende
Umstand  den  heftigsten  Ausbruch  wieder  befördern  mußte.
Der  Pgtriarch  von  Constantinopel  aber  Michael  Cerularius,
der  in  der  Mitte  des  elften  Jahrhunderts  regierte,  war  gerade
  der  Mann  zur  Erneurung  des  Streits.  Er  war  voll
Gift  gegen  die  Lateiner,  weil  er  selbst  bei  seinem  Hofe  wenig
Unterstützung  gegen  dieselbe  fand;  denn  der  Griechische  Kaiser
schmeichelte  dem  Römischen  Hof,  da  er  durch  seine  Hülfe  in
Neapel  und  Sicilien,  vielleicht  doch  noch  einiges  gegen  die
Saracenen  und  Normänner  zu  behaupten  hoffte.  Ein  Brief
des  Michael  Cerularius  gab  also  das  Zeichen  zum  öffentlichen
  neuen  Angriff.  Er  beschuldigte  in  einem  Schreiben  an
einen  Apulischen  Bischof  die  Lateiner  vielfacher  Ketzereien,
die  größtentheils  von  der  Beschaffenheit  sind,  daß  sie  auch
bei  jenem  Zeitalter  keinen  Eindruk  hätten  machen  sollen.  Der
Brief  kam  dem  Römischen  Bischof  in  die  Hände,  der  es  als
eine  Ehrensache  ansah,  und  die  Griechen  auf  einer  Spnode

1053  excommnnicirte.  Der  Griechische  Kaiser  versuchte  alle  Wege
der  Vermittlung.  E  kamen,  die  Sache  zu  vergleichen,  drei
Gesandte  des  Rdmischen  Bischofs  nach  Constantinopel.  Diese
führten  ssch  aber  so  trotzig  auf,  daß  eben  dadurch  alle  Hoffnung
  der  Vereinigung  zernichtet  wurde.  Sie  publicirten  selbst
in  der  Hauptkirche  zu  Censtantinopel  die  Ercommunication
des  Michael  Cerularius,  und  um  nicht  von  dem  Volke  verstanden
  und  gesieinigt  zu  werden,  publicirten  sie  dieselbe  Lateinisch.
  Der  Krieg  war  nun  auf  beiden  Seiten  angekündigt,
  und  wie  damals  theologische  Kriege  geführt  wurden,  besonders
  wenn  der  beleidigte  Stolz  großer  Bischdfe  dabei  sprach,
läßt  sich  sehr  leicht  vermuthen.