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eine  Idee  verband,  in  einem  ganzen  Zeitalter  ausrichten  kann.

Kirche  und  Kirchenfreiheit  waren  die  zwei  Worte,  um  welche
sich  alle  Streitigkeiten  der  letztern  Jeit  dieser  Periode  herumdrehten,
  und  niemand  wußte  bestimmt,  was  er  sich  unter
Kirche  und  Kirchenfreiheit  denken  sollte.  Sorgloser  Gebrauch
vieler  Stellen  des  alten  Testaments  vermehrte  die  schon  herrschende
  Verwirrung,  und  die  Partie,  welche  sich  den  ausschweifendsten
  Forderungen  des  Römischen  Bischofs  entgegensetzte,
  fühlte  wohl  die  Ungereimtheit  der  Folgerungen,  aber
wußte  nie  den  eigentlichen  Trugschluß  zu  entdecken.  Die
Entdeckung  desselben  lag  auch  ganz  außer  dem  Gesichtskreis
dieses  Zeitalters,  so  lang  noch  alle  Gelehrsamkeit  einzig  in
den  Händen  des  Klerus  war,  und  so  lang  selbsi  dieser  alle
seine  Ideen  aus  der  Vulgata  schöpfte.

Geschichte  der  Religion  und  Theologie,  nebst  den  damit
  in  Verbindung  stehenden  Gebräuchen  des  öffentlichen
  Gottesdienstes.

6.  20.
Monotheletenstreit.

Ob  schon  am  Ende  der  vorigen  Periode  der  Artikel  von
der  Person  Christi  durch  Streitigkeiten  und  Vereinigungsversuche
  bis  zu  den  feinsten  Spitzfindigkeiten  erörtert  worden
war,  und  vorzüglich  die  Lehre  von  Vereinigung  beider  Naturen
  in  einer  Person,  durch  zweihundertjährige  Untersuchungen
  bis  zur  Beantwortung  der  seltsamsien  Fragen  sich  ausdehnte:
  so  gelang  es  doch  dem  Ungestümm  einiger  Mönche,
noch  einmal  einen  neuen  Streitpunct  zu  finden,  den  Orient
und  Occident  noch  einmal  in  die  größte  Bewegung  zu  setzen.
Die  angesehensken  Männer  sowohl  der  großen  katholischen
Partie  als  der  Monophysiten  kamen  nehmlich  in  der  Mei-