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damals  noch  nicht  gewußt  haben  muß,  daß  sich  sein  Amts—
vorfahr  Honorius  in  Glaubenssachen  nicht  habe  irren  kön.
nen,  erklärte  sich  mit  allem  Nachdruck  gegen  Monotheletismus,
  und  suchte  mit  der  gewöhnlichen  Geschäftigkeit  des  Römischen
  Ehrgeizes,  eine  Parlie  zu  werben.

Doch  der  wirksamsie  Patron  der  neugefundenen  Orthodorie
  war  ein  Mönch  Maximus,  der  mit  fangtischer  Unruhe
aus  einer  Provinz  in  die  andere  lief,  in  Afrika  die  größten
Bewegungen  erregte,  und  den  Kaiser  als  einen  zweiten  Julian
  verlästerte.  Eine  Frage,  welche  bloß  zu  den  feinern
thcologischen  Speculationen  gehörte,  sollte  als  eines  der  wichtigsten
  Religionsmomente  angesehen  werden.  Kaiser  Constans,
der  die  nachtheiligen  politischen  Folgen  dieser  religibsen  Unruhen
  einsah  —  die  Araber  nahmen  eine  Provinz  nach  der
andern  hinweg  —  suchte  durch  ein  neues  Edict  (Iypus)  den
Fortgang  derselben  zu  hemmen,  der  durch  die  Verordnung
des  Heraklius  nur  noch  befördert  worden  war.  Heraklius
hatte  wechselsweises  Stillschweigen  befohlen,  aber  zugleich  doch
die  Monotheletenlehre’  gebilligt.  Constans  befahl  Stillschweigen
  und  gab  selbst  das  beste  Beispiel  desselben,  er  billigte  und
verwarf  keine  von  beiden  Meinungen.  Heraklius  hatte  bloß
befohlen,  Constans  gab  seinem  Befehl  durch  Androhung  bürgerlicher
  Strafe  Nachdruck.  Allein  Schweigen  war  nun  einmal
  keine  Sache  der  aufgebrachten  Mönche  und  Theologen.

Kaum  war  das  Edict  des  Kaisers  Constans  zu  Rom
bekannt,  so  hielt  ider  ldasige  Bischof  Martin  eine  Synode,
auf  welcher  er  die  kaiserlichen  Edicte  und  alle  Freunde  derselben
  verfluchte,  und  kaum  noch  des  kaiserlichen  Namens
schonte.  Die  Erbitterungen  in  Rom  waren  so  groß,  daß  sie
auf  einer  Synode  daselbst  die  Verfluchung  der  Monotheleten-=lehre
  nicht  mit  bloßer  Dinte  unterschrieben,  sondern  vom