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Nach  vielen  Abwechslungen  triumphirten  endlich  die
Bilderanbeter  seit  dem  Jahr  842  wieder  vollkommen.  Ein
schwaches  Weib  war  wieder  auf  dem  Thron,  die  sich  vor  den
Moͤnchen  fuͤrchtete.  Selbst  der  gelehrte,  verstaͤndige  Photius
erklärte  sich  ganz  für  die  Bilderanbetung.  Das  blinde  Volk
sah  es  auch  als  eine  besondere  Vorsehung  an,  daß  der  Aberglaube
  endlich  gesiegt  hatte,  man  setzte  zum  Angedenken  das
Fest  der  Orthodorie  ein.
§S.  24.

Im  Occident  hingegen  war  es  nicht  eigentliche  Revolution,
durch  welche  die  Bilderanbetung  herrschend  geworden,  sondern
  sehr  leicht  erweckte  Entwicklung  der  grobsinnlichen  Deukungsart,
  welche  unter  dem  Klerus  und  Volk  fast  allgemein
war,  nachdem  der  Eifer  zu  den  Wissenschaften,  welcher  unter
Karls  des  Großen  und  Ludwigs  des  Milden  Regierung  geweckt
  worden  war,  gänzlich  wieder  erkaltet.  Die  Mirakelhistorien
  bahnten  auch  hier  den  Weg,  der  Eigennutz  des
Klerus  unterhielt  an  manchen  Orten  die  Täuschung,  und
wenn  etwa  auch  ein  Mann,  wie  Claudius  Bischof  von  Turin
  auftrat  und  dem  herrschenden  Ton  seines  Zeitalters  widersprach,
  so  erfuhr  er,  was  jeder  große  Mann  in  einem
solchen  Fall  erfährt,  daß  es  unmöglich  ist,  die  Wahrheit  hörbar
  genug  zu  sagen,  wenn  sie  allen  herrschenden  Meinungen
des  Zeitalters  zu.  sehr  entgegen  ist.

Fast  alle  Streitigkeiten,  welche  im  neunten  Jahrhundert
im  Occident  entstanden,  liefen  darauf  hinaus,  daß  sich  cinige
wenige  vernünftige  Theologen  dem  Einreißen  unvernünftiger
sinnlicher  Vorsiellungsarten  widersetzten,  und  ihre  Dogmatik
in  mehrere  Uebereinstimmung  mit  ihrer  Philosophie  zu  bringen
  suchten.  Am  Hof  Karls  des  Kahlen  war  zwar  immer
ein  kleiner,  auserlesener  Haufe  von  Philosophen  und  Throlo-