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werve.  Wer  Guͤter  hatte,  schenkte  sie  doßwegen  den  Kirchen;  was
konnten  ihm  irdische  Güter  nätzen,  wenn  der  Welt  Ende  so
nahe  war?7  Die  Wallfahrten  hach  Jerusalem  und  andern  heiligen
  Oertern  wurden  viel  häufiger  als  vorher,  denn  man  wollte
den  jüngsten  Tag  lirber  in  Palästina  als  zu  Hause  erwarten.
Sonnen=  und  Mondfinsternisse  haben  gewiß,  zur  Zeit  der  ersten
Spanischen  Landungen,  unter  den  Amerikanern  keinen  grd-Hern
  Schrecken  gemacht,  als  damals  in  Europa  in  der  letzten
Hälste  des  zehnten  Jahrhunderts.  Alles  versteckte  sich;  denn
alles  glaubte,  nun  sey  der  jüngste  Tag  im  Anzug.  Viele  Geschäfte
  des  menschlichen  Lebens  fiengen  an  zu  stocken,  und  der
rohere  Theil  des  Volks,  weil  nun  doch  allcs  Dings  ein  Ende
werden  würde,  wollte  seine  Laufbahn  Sardanapalicch  schließen.
Die  Geistlichen  eiferten  grßtentheils  gegen  diese  alberne  Meinung,
  fanden  uber  erst  alsdenn  Zutrauen,  wie  das  Volk  von
selbst  sah,  daß  seine  Erwartung.  vergeblich  war.

Schilderung  der  Umstände,  welche  im  elften  Jahrhundert  zur  Entwicklung

  der  Dogmatik  etwas  beitrugen.

Im  elften  Jahrhundert  blähete  nun  endlich  wieder  vollkommen
  auf,  was  im  zehnten  Jahrhundert  nur  hie  und  da  einzeln
  sich  gezeigt  hatte,  und  nachdem  die  Verheerungen  der  Normänner
  und  Majaren  fast  zwei  Generationen  hindurch  völlig
aufgehèrt  hatten,  so  entwickelten  sich  endlich  alle  die  herrlichen
und  ausgebreiteten  Wirkungen,  die  ein  gesicherter  gesellschaftlicher
  Zustand  gewöhnlich  veranlaßt.  Die  Klosterschulen  kamen
zu  neuem  Flor,  und  neben  ihnen  wenigstens  in  Frankreich  auch
die  Stiftsschulen.  Zwischen  beiden  entstand  sogar  Eifersucht.
Man  fieng  an  die  alten,  rohen  sinulichen  Vorstellungsarten
mehr  zu  verfeinern,  und  diese  Verfeinerung,  die  eine  nothwendige.
  Wirkung  der  scholastischen  Philosophie  war,  wurde  durch