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neuern,  ungeschicktern  Vorstellungsart  des  Paschasius  hätte
beitreten  sollen.  Er  für  sich  vertheidigte  und  lehrte  die  Vorstellungsart
  des  Skotus,  nur  that  ihm  zugleich  wehe,  daß
Lanfrank,  Lehrer  bei  der  Klosterschule  zu  Bec  in  der  Normandie,
  gerade  der  Mann,  der  mit  ihm  das  ganze  Zeitalter
hätte  stimmcn  können,  recht  heftigeifrig  für  die  gegenseitige
Meinung  war.  Berengar  bat  ihn  in  einem  Briefe,  gelinder
zu  seyn,  weil  viele  große  Lehrer  der  Kirche  nicht  gedacht  hätten,
  wie  Paschasius.

Dieses  kleine  unschuldige  Billet  kostete  den  armen  Berengarius
  die  Ruhe  seines  Lebens,  und  beschleunigte  für  die
Kirche  den  unglücklichen  JZeitpunct,  wo  die  Lehre  von  der
Transsubstantiation  zum  Kirchengesetz  gemacht  wurde.  Unverhört,
  bloß  auf  Anklage  eincs  eifersüchtigen  Gegners,
bloß  auf  Vorzeigung  dieses  kleinen,  ganz  unschuldigen  Billets,

1049  wurde  Berengarius  zu  Nom  auf  einer  Synode  verdammt,
und  der  zweite  Bannsirahl  kam  gleich  das  nachfolgende  Jahr
auf  einer  neuen  Synode.  Der  Pabsi  selbst  war  zwar  ziemlich
  billig,  und  suchte  Berengarn  durchzuhelfen;  auch  Hildebrand,
  unter  dessen  Direction  damals  schon  alle  Rämische
Angelegenheiten  standen,  wollte  den  klugen  Mann  von  dem
Ketzereifer  seiner  Gegner  nicht  unterdrücken  lassen.  Er  nahm
deswegen  als  Widerruf  Berengars  an,  was  doch  nur  nähere
Erläuterung  seiner  Meinung  war.  Er  ließ  sich  ein  unbesiimmtes
  Glaubensbekenntniß  als  eine  deutliche  Erklärung  vorlegen.
  Aber  bei  so  geschäftigen  Gegnern  als  Lanfrank  und
seine  Partie  waren  konnte  der  Pabsi  selbst  nicht  vorsichtig
geuug  seyn,  um  nicht  den  guten  Ruf  seiner  eigenen  Orthodorie
  zu  verlieren.  Das  Vorspiel  solcher  Beschuldigungen
  war  schon  da,  indem  man  Berengarn  mit  alten  Ketzeriozz

  namen  zu  bezeichnen  anfieng.  Die  Sache  kam  noch  ein-