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mal  zu  Rom  vor,  und  Berengar  gieng  diesmal  selbst  hin;
was  sollte  er  zu  fürchten  haben,  der  alles  geltende  Archidiakonus
  Hildebrand  war  doch  sein  Freund?  aber  wie  der  Erfolg
bewies,  nur  Freund  nach  Behaglichkeit.  Da  das  Geschrei
der  Eiferer  zu  groß  wurde,  Hildebrand  für  sich  selbst  Gefahr
sah,  mußte  Berengar  ein  Glaubensbekenntniß  unterschreiben,
dessen  sich  itzt  mancher  Katholik  schämen  möchte.

Die  Unterschrift  war  aber  umsonst,  denn  sobald  Berengar
  zu  Haus  war,  nahm  er  alles  zurück.  Die  Ketzerklagen
erneuerten  sich  also,  und  Hildebrand,  der  unterdessen  eselbst
die  dreifache  Krone  gewonnen  hatte,  glaubte  seinen  alten  Bekannten
  zu  retten,  wenn  er  sich  nur  ein  neues  Glaubensbekenntniß
  von  ihm  geben  ließ.  Doch  die  Gegner  waren  auch
diesmal  wieder  zu  scharfsichtig,  um  nicht  das  Unbestimmte
dieser  Confession  wahrzunehmen.  Seiner  eigenen  Ehre  wegen
  mußte  ihn  Gregor  eine  härtere  Formel  beschwöbren  lassen,
aber  kein  Eidschwur  band  Berengarn  mehr,  so  bald  er  zu  Hause
war,  und  Gregor  war  doch  so  menschlich,  ihn  nicht  weiter  verfolgen
  zu  lassen.  Noch  blieb  es  also  ungewiß,  was  bei  der
Frage  von  der  Art  der  Gegenwart  des  Leibs  und  Bluts  Christi
im  Abendmahl  als  Kirchenorthodorie  angesehen  seyn  solle:  aber
man  sah  doch  viel  deutlicher  als  jemals,  welche  Wagschale  am
stärksten  zog.

S.  31.

Einige  der  Hauptfolgen  aus  dem  bisherigen.  Coeristenz  der  reifenden
  systematischen  Theologie  und  der  merklich  sich  entwicklenden
  Myftik.

Religion  und  Dogmatik  sind,  wie  aus  dem  bisherigen
deutlich  erhellt,  in  dieser  ganzen  Periode  sehr  viel  mehr  verderbt
  als  gebessert  worden.  Wie  in  der  vorigen  Periode  die
theologische  Freiheit,  im  Orient  durch  die  Tyrannei  der  Kaiser
und  das  mißbrauchte  Ansehn  der  Synodalschluͤsse  in  die  engsten

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