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her  Sieger  gegen  die  Christlichen  Einwohner  und  gegen  die
Pilgrime,  deren  Werth  sie  nicht  kannten,  oder  gleichgültig
verachteten.  Wer  noch  das  Gläck  hatte,  glücklich  nach  Europa
  zurückzukommen,  erzählte  die  überstandenen  Gefahren
mit  der  Beredsamkeit  eines  Märtprers,  und  man  konnte  es
ihnen  so  viel  leichter  glauben,  da  von  mehreren  Tausenden
fast  immer  nur  die  Hälfte  zurückkam.  Keiner  aber  verstand
sich  auf  dieses  Erzählen  besser  als  Peter  von  Amiens,  ein
guter  einfältiger  Mensch,  dem  der  Kopf  sehr  leicht  warm  werden
  konnte.  Ihm  war  der  Herr  Christus  selbst  zu  Jerusalem
erschienen,  und  hatte  ihm  den  Auftkag  gegeben,  die  Europäi,
schen  Christen  zur  Hülfe  aufzufordern.  Er  brachte  Briefe
mit,  vom  Patriarchen  zu  Jerusalem,  welche  den  Zustand  der
dasigen  Christen  eben  so  traurig  schilderten,  als  vorher  eine
Gesandtschaft  des  Griechischen  Kaisers  denselben  geschildert
hatte;  und  Pabsi  Urban  wurde  endlich  so  in  Bewegung  gesetzt,
  daß  er  eine  Synode  nach  Yiacenza  ausschrieb.
Zweihundert  Bischöfe,  über  viertausend  andere  Geistliche
und  dreißigtausend  weltliche  Herren  erschienen.  Auch  Gesandte
  des  Griechischen  Kaisers  waren  zugegen;  aber  es  gieng
doch  noch  nicht,  wie  der  Pabst  gewünscht  hatte.  Er  hielt
noch  in  eben  dem  Jahr  zu  Clermont  in  Frankreich  eine  zweite
Synode,  und  hier  merkte  man  sogleich,  wie  der  Eifer  des  unterdeß
  umherziehenden  Peters  von  Amiens  die  Gemüther  entzündet
  hatte.  Alles  rief,  sobald  Urban  und  Peter  ihre  Rede
geendigt  hatten,  „es  ist  Gottes  Wille,  es  ist  Gottes  Wille.“
Von  nun  an  war  dieß  auch  Losung  in  allen  künftigen  Kreuz
zügen.  Eine  zahllose  Menge  von  Fürsten,  Grafen,  Rittern
und  Bauern  ließ  sich  mit  dem  Kreuz  von  Wolle  auf  der
Schulter  zeichnen;  das  hieß  die  Montur  Gottes  und  der

Kirche  anziehen.
Spittler's  saͤmmtl.  Werke.  II.  Bd.  15